Montag, 30. April 2007

Unachtsame Aussagen betreffend Rassismus

Ich bin mir bewusst, dass ich im Moment sehr unachtsam lebe. Vieles, was mir eigentlich wichtig wäre und auch vieles, was anderen wichtig wäre, geht zurzeit an mir vorbei. So versuchte ich nun, mich bewusster auf alles um mich herum zu achten. Dabei stelle ich fest, dass dies viel anstrengender ist, da so viel mehr Eindrücke auf mich zukommen. Man erlebt Probleme anderer Menschen viel bewusster, man sieht Probleme auf der Strasse, die man sonst nicht beachten würde, man sieht glückliche Menschen, denen man sonst vielleicht ausweichen würde und so weiter.




Heute Morgen hatten wir jedoch in Mensch und Umwelt eine sehr interessante und „heikle“ Diskussion zum Thema Rassismus, die mir zeigte, dass achtsamer leben nicht nur heisst, alles um sich herum achtsamer wahrzunehmen. Unachtsam sein bezieht sich nämlich nicht nur auf das Übersehen von glücklichen oder traurigen Menschen sondern auch auf Aussagen, die auf Anstand und Respekt beruhen. Wer sagt nicht schon mal irgendetwas, ohne zu überlegen, wie das wirklich ankommt? Diese Diskussion und das Nachdenken über Rassismus bewogen mich dazu, in der nächsten Zeit vor allem auf mein Verhalten und auf meine Aussagen gegenüber „Anderem“, „mir Fremdem“ mehr acht zu nehmen. Denn auch wenn ich überzeugt bin, dass ich nie bewusst rassistisch bin, stellten wir heute in einer weiteren Diskussion fest, dass alle mal etwas Unachtsames gesagt haben / gemacht haben werden, dass bei den anderen als rassistisch aufgefasst wurde.




Ich finde, Achtsamkeit hat auch auf unser Thema einen grossen Bezug, da in der Dritten Welt (und auch an vielen anderen Orten, in bestimmten Religionen oder in bestimmten Situationen) die Frauen meiner Meinung nach oft zu wenig achtsam behandelt werden.

4 Kommentare:

Martina hat gesagt…

Ich denke auch, dass wir oft unachtsam sind, indem was wir sagen. So sagen wir oft Dinge und achten gar nicht darauf wie sie auf andere wirken oder wie unsere Aussagen verstanden werden.
Ich bin auch der Meinung, dass vorallem wenn wir selber gestresst sind, oder eigene Probleme oder schwierige Aufgaben und Situationen zu bewältigen haben, nicht auf unsere Mitwelt achten. Wir vergessen unsere Umwelt oder empfinden alles um uns herum als zweitrangig. Ich denke, dass wenn wir uns dies bewusst sind, aktiv dagegen wirken können und uns bemühen.

naidn hat gesagt…

Auch ich muss leider feststellen, dass ich im Moment sehr unachstam lebe. Ich hatte das Gefühl, dass ich von so vielen andern Dingen beeinflusst bin, wie wir wahrscheinlich alle, dass ich wie kein Auge auf anders werfen kann.
Soviele Angwohnheiten kann und möchte ich mir im Moment gar nicht abtrainieren, weil ich gerade keine Energie dazu habe, leider...

katrin hat gesagt…

Ich muss hier auch gestehen, dass ich in letzter Zeit eher unachtsam und passiv lebe. Wenn man viel zu tun hat ist man manchmal so von sich selber absorbiert, dass man nicht mehr richtig realisiert, was sich in der näheren Umgebung alles ereignet.

Zu deinen Aussagen über Rassismus kann ich nur bestätigen, dass viel zu oft Aussagen gemacht werden, die rassistisch aufgefasst werden können und zum Teil auch so gemeint sind. Ich denke aber auch, dass wir alle in der heutigen Zeit sehr auf solche Äusserungen senisbilisiert sind und deshalb auch schnell emotional reagieren.

Pascale Jürgens hat gesagt…

Auch ich finde, dass wir ziemlich oft Dinge sagen, die wir uns vorher gar nicht richtig überlegt haben. Überhaupt gehen wir, denke ich, viel zu unachtsam mit unseren Mitmenschen um. Oft sieht man nur noch sich selbst, hat kein offenes Ohr (keine „Zeit“) für die Probleme und Sorgen anderer. Wir kümmern uns nicht darum, sind zu beschäftigt mit uns selbst beziehungsweise mit unserer Arbeit. Auch um unser eigenes Wohl kümmern wir uns dann nicht mehr. Wie Martina denke ich aber auch, dass diese Bewusstwerdung ein erster Schritt zur Besserung sein könnte.