Sonntag, 6. Mai 2007

Vernetzungen

Enorm, wie viele Menschen gearbeitet haben, ihre Ideen umsetzten, Neues erfanden, entwickelten und entdeckten, damit ich heute so leben kann, wie ich es tue.
Überhaupt haben wir unseren heutigen Lebensstandard – denjenigen, den die meisten Menschen hier in der Schweiz geniessen dürfen, nämlich einen hohen – wohl Tausenden von Menschen zu verdanken. Man denke da nur mal an den Strom, den wir heute als selbstverständlich betrachten und benützen, als gebe es ihn schon immer. Dabei ist irgendjemand einmal auf die Idee gekommen, etwas anderes als Kerzen zu benützen, um im Dunkeln Licht zu haben. Diese Idee wurde dann ständig weiterentwickelt, erneuert und verbessert. Wie viele Menschen daran beteiligt waren? Keine Ahnung, aber bestimmt einige. Und das Licht ist ja nur ein kleines Beispiel von vielen. Die Menschen vor uns haben für uns gearbeitet. Durch ihre Arbeit hat sich unser Lebensstandard erhöht.

Wenn ich an meine Urgrossmutter denke, dann wird mir bewusst, wie anders sie doch gelebt hat als wir heute! Zu ihrer Zeit (zumindest bis sie etwa 70 war) existierte das Wort „Computer“ höchstwahrscheinlich nicht. Könnte unser Leben ohne Computer funktionieren? Es sollte so sein. Früher tat es das ja auch. Und doch ist es für uns unvorstellbar, ohne ihn zu sein. Der Auftrag, den ich hier ausführe, könnte nicht erledigt werden.

Bezogen auf unser Gruppenblogthema fällt mir ein, dass ich ebenfalls nicht da stehen würde, wo ich jetzt bin. Ich wäre keine Studentin der PHR und würde schon gar nicht Lehrerin, hätten sich Frauen vor unserer Zeit nicht gewehrt und sich eingesetzt – für das Recht der Frau. Frauen haben gekämpft, damit sie auch ein Recht auf Bildung bekommen, abstimmen und Hochschulen besuchen dürfen. Sie haben es für sich, aber auch für uns getan.Ein Gleichgewicht herrscht noch nicht. Zwar sind wir Frauen in der Schweiz und in einigen Teilen der westlichen Welt den Männern sozusagen gleichgestellt. Es gibt aber auch nicht wenige Länder, in denen die Frauen weiterhin von den Männern unterdrückt sind und – provokativ ausgedrückt – als Gebär-, Putz- und Kochmaschinen missbraucht werden. Ich glaube, es läge nun an uns, etwas für diese Frauen zu tun...

Freitag, 4. Mai 2007

Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel

Ich bin zwar gegen Kinderarbeit und gegen unterbezahlte Arbeit, leider achte ich aber trotz dieser Einstellung zu wenig auf die Herkunft der von mir konsumierten Sachen. Doch vielfach wüsste ich auch nicht, woher ich die Information erhalten könnte, wie und wo die Produkte entstanden sind. Vielfach sind die Produkte viel zu wenig klar deklariert, als das wir die Hintergründe überhaupt erfahren könnten.



Im Gegenzug dazu kämen wir viel einfacher zu Informationen über öffentliche Dienstleistungen. Man könnte relativ einfach erfahren, wer die von uns genutzten Dienstleistungen anbietet bzw. wer dafür was arbeiten muss, da dies meist offensichtlich ist. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass sich darüber auch kaum jemand Gedanken macht. Ich habe heute zum Beispiel selbst festgestellt, dass ich die öffentlichen Verkehrsmittel völlig selbstverständlich benutze, ohne jeglichen Gedanken an den Anbieter bzw. diejenigen Menschen, die mir die Fahrt ermöglichen. Wenn man es sich genauer überlegt, sind jeweils sehr viele Personen daran beteiligt, wenn ich eine Zugfahrt unternehme. So braucht es einen Zugführer und einen Kondukteur. Allerdings sind auch Leute notwendig, die die Zugfahrten koordinieren, die Gleise instand halten, die Züge immer wieder reinigen und so weiter. Diese Überlegungen haben mich ein wenig erschreckt. Es ist wohl niemandem bewusst, wie viele Leute bzw. Dienstleistungen er oder sie beansprucht für etwas, was uns kaum einen Gedanke wert ist.



Ich denke das gilt auch für unser Gruppenblogthema. Vielen von uns ist es sicher nicht bewusst, wie viele Frauen aus der Dritten Welt für uns arbeiten.

"Made in ???"

Ich finde es sehr spannend und auch wichtig, sich zu überlegen, woher unsere Güter kommen und welche Hände daran gearbeitet haben. Das Problem dabei ist, dass auf der Verpackung höchstens steht "made in china" oder "made in thailand" etc. Woher soll ich nun wissen, ob hinter dem Produkt Kinderarbeit steckt oder ob bei der Produktion Menschenrechte verletzt werden. Bei vielen Gütern ist mir klar, auf welche Weise diese hergestellt werden, da sie ansonsten nicht so billig sein könnten. Allerdings gebe ich zu, dass ich meisten auch nicht wissen will, woher die Produkte stammen, die ich kaufe. Ich denke, dass ich es nicht mit mir vereinbaren könnte, wenn ich wüsste, dass meine Hose von einer Person hergestellt wurde, die zwölf Stunden am Tag arbeitet, beinahe nichts verdient und mit fünf anderen Personen im gleichen Zimmer wohnen muss. Es würde mir auch das Herz brechen, wenn ich wüsste, dass der Kaffee, den ich trinke von Kinder fabriziert wird. Deshalb verschliesse ich die Augen, wobei ich denke, dass es vielen anderen auch so geht. Diese Haltung ist eigentlich genau falsch. Wenn sich niemand Gedanken über die Herkunft unserer Produkte macht, wird sich auch nichts ändern.
Wenn ich andererseits im Migros stehe und mich zwischen Fair Trade und anderen Produkten entscheiden muss, wähle ich immer die billigere Variante. Dies werde ich aber ändern, wenn ich einen Job habe und verdiene. Meiner Meinung kann man indem man Fair Trade Produkte kauft, als Einzelperson etwas gegen ungerechten Handel tun.

Schokolade
Als konkretes Beispiel kann ich hier nur die Herkunft der Schokolade beschreiben. Dies wurde uns in den letzten Mensch und Umwelt Lektionen anhand eines Filmes gezeigt.
Schokolade wird in Lateinamerika und in Afrika hergestellt. Allerdings wird in Lateinamerika auf Fair Trade und Qualität geachtet, wohingegen in Afrika eine Massenproduktion herrscht. In Lateinamerika bereiten die Ureinwohner die Kakaobohnen zu, wohingegen es in Afrika Kinderarbeit gibt. Grosse Firmen wie Nestle wissen dies, machen aber nichts dagegen.

Frauen
Viele Frauen in der 3.Welt arbeiten sehr hart und erhalten dafür fast kein Geld. Sie arbeiten zu unmöglichen Zeiten, haben keine Ferien und keine freien Tage. Wir in der westlichen Welt kaufen dann für wenig Geld die hergestellten Produkte.

Achtsamkeit

Diese Woche sind mir gerade verschiedene Male Mutter-Kind Situationen aufgefallen.
Das erste Beispiel beobachtete ich am Montag beim Ausgang des Hallenbades. Der etwa 10 jährige Knabe kommt aus dem Schwimmkurs und die Mutter wartet vor der Türe auf ihn. Nach der Begrüssung die erste Reaktion des Kindes: Er drückt der Mutter seine zwei Schwimmtaschen in die Hand. Der Mutter fällt eine Tasche herunter, SIE bückt sich und sucht dem Sohn noch das Käppchen aus der Tasche welches sie ihm dann aufsetzt. Zusammen laufen sie zur Bushaltestelle, wobei der Knabe nichts zu tragen hat.
Das zweite Beispiel beobachtete ich heute morgen. Dem Anschein nach kam eine Klasse aus einem Lager zurück, die Müttern (nur Mütter) haben sie am Bahnhof abgeholt und jede nahm seinem Kind einen Teil des Gepäckes ab. Nunja, beim zweiten Beispiel ist das sehr naheliegend. Ich konnte auch kein Kind beobachten, welches nichts mehr tragen musste.
Daraus würde ich schliessen, dass es warscheinlich sehr normal ist und zur Aufgabe der Mutter gehört, dem Kind die Last abzunehmen. Nur sehe ich ein Problem vorallem im ersten Beispiel. Die Abläufe zwischen Mutter und Kind sahen sehr eingespielt aus (das ist warscheinlich auch der Grund wieso es mir aufgefallen ist). Für das Kind war es normal, das die Mutter ihm alles abnimmt. Ich finde aber diese Rollenverteilung sehr extrem. Diese Mutter meint es ja sicher nur gut, sie umsorgt ihn und macht alles für ihn. Jedoch sehe ich da auch Nachteile. Und diese Nachteile laufen eigentlich schon in den Zusammenhang zu unserem Bloggthema.

Viele Mütter übernehmen sehr vieles oder fast alles für ihre Kinder. Sie unterstützen es in allen Lagen und erfüllen ihnen womöglich auch alle Wünsche. Es besteht dann aber die Gefahr für die Mutter resp. Frau, dass sie sich in die Rolle des "Mädchens für alles" drängt. Natürlich putzt sie dann auch immer das Zimmer des Kindes und wäscht ihm die Wäsche bis 30. Dies wiederum prägt das Bild des Knabens gegenüber Frauen. Und er erwartet somit, das sich die Mutter wie auch die zukünftige Freundin um ihn kümmert, da er ja Hilfsbedürftig und nicht selbstständig ist.

Nunja, diese Geschichte ist jetzt einbisschen überspitzt, aber ich denke, und es kommt auch immer wieder vor, dass genau diese Rollen verteilt werden und die im Gesellschaftsbild haften bleiben. Deshalb ist es sicherlich sehr wichtig für uns als Zukünftige Lehrerinnen und Mütter unsere Kinder zur Selbstständigkeit und zu einem gesunden Rollenverständnis zu erziehen.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Bewusst leben

Man lebt wirklich viel zu wenig bewusst. Ich musste in der letzten Woche feststellen, dass die Schule bzw. das Studium in meinem Leben einen viel zu grossen Platz einnimmt. Ständig habe ich irgend etwas zu tun. Freizeit existiert schon fast gar nicht mehr, die Zeit für Hobby kann ich mir fast nicht mehr leisten. Ich frage mich immer mehr: Wo führt das hin? Was ist der Sinn dahinter? Sollte man das Leben nicht geniessen? Ich lebe noch ein wenig mit der Hoffung, dass im Sommer alles anders wird. Dass ich dann, nachdem ich mein Ziel, Lehrerin zu werden, erreicht habe, das Berufsleben geniessen kann. Aber werde ich das können? Gibt es dann nicht auch immer wieder etwas zu tun? Doch. Ich glaube, der Trick besteht in der persönlichen Einstellung. Mir kommt dazu ein Mail in den Sinn, das vor längerer Zeit mal die Runde gemacht hat. Die Kernaussage dieses Mails war, dass man jeden Tag geniessen soll, als wäre es der letzte. Man weiss nie, wann das Ende kommt. Der Meinung bin ich eigentlich auch, obwohl die Umsetzung dieses Leitsatzes nicht ganz so einfach sein dürfte. Ein Anfang wäre eben genau die Achtsamkeit. Es gibt so viele kleine Dinge, über die man sich jeden Tag freuen kann. Und ich glaube, nicht nur ich, sondern auch viele andere Menschen sind in dieser Hinsicht blind. Sie sehen diese kleinen Dinge nicht. Vor lauter Arbeit nimmt man das andere, das Schöne nicht mehr wahr. Also: richten wir doch den Blick bewusst auf die schönen Dinge im Leben! Ich weiss von einer Frau, die jeden Abend über den Tag nachdenkt und sich davon etwas Positives in ein Büchlein schreibt. Warum nicht? Vielleicht verhilft einem dies zu seinem persönlichen Glück...?

Dienstag, 1. Mai 2007

Achtsam durch den Alltag

Es ist wichtig, dass wir uns aufmerksam durch den Alltag bewegen. Es ist die Aufgabe eines jeden, darauf zu achten, was wir selber tun und was unsere Mitmenschen tun. Wir sollten darauf achten, wie sich die Menschen um uns fühlen, aber auch wie es mit unserer Umwelt steht.
Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass wir nicht nur auf unser eigenes Tun achten, sondern auch auf das unserer Mitmenschen. Durch die Methode mit den Post-it Zettel können wir uns daran erinnern, bewusst auf unsere Mitwelt zu achten und nicht nur unser eigenes Umfeld wahr zu nehmen. Ich denke, dass wir durch Achtsamkeit viele Dinge wahrnehmen, mit denen wir nicht einverstanden sind. Dabei meine ich wie andere Menschen miteinander umgehen, wie andere Menschen mit der Umwelt umgehen oder allgemeine Missstände. Indem wir solche Dinge ausser acht lassen, erhalten wir ein Idealbild der Welt und bleiben untätig. Es ist anzustreben, dass wir Missstände sehen und uns für Verbesserung einsetzten. Jeder Mensch ist verantwortlich dafür, Schlechtes zu sehen und zu verbessern. Somit kann ein Beitrag zur Nachhaltigkeit gebracht werden.

Achtsamkeit im Bezug auf unser Gruppenblogthema:
Es ist wichtig, dass wir den Stand der Frau in der dritten Welt beobachten, obwohl wir hier in der westlichen Welt fast keine Probleme im Bereich der Gleichberechtigung haben. Es ist wichtig, dass wir in unserem Alltag darauf achten, wie gut es uns geht und uns bewusst sind, wie es in anderen Ländern zu und her geht. Indem wir uns dies bewusst sind, sind wir auch eher bereit etwas dagegen zu tun. Solange wir mit Scheuklappen herum wandern und nicht achtsam sind, werden wir auch untätig bleiben.

Durch Achtsamkeit im Alltag können auch Missstände zwischen Mann und Frau in der westlichen Welt entdeckt werden. Obwohl bei uns gesetztliche Gleichberechtigung herrscht, sind auch hier viele Missstände zu entdecken.

Montag, 30. April 2007

Unachtsame Aussagen betreffend Rassismus

Ich bin mir bewusst, dass ich im Moment sehr unachtsam lebe. Vieles, was mir eigentlich wichtig wäre und auch vieles, was anderen wichtig wäre, geht zurzeit an mir vorbei. So versuchte ich nun, mich bewusster auf alles um mich herum zu achten. Dabei stelle ich fest, dass dies viel anstrengender ist, da so viel mehr Eindrücke auf mich zukommen. Man erlebt Probleme anderer Menschen viel bewusster, man sieht Probleme auf der Strasse, die man sonst nicht beachten würde, man sieht glückliche Menschen, denen man sonst vielleicht ausweichen würde und so weiter.




Heute Morgen hatten wir jedoch in Mensch und Umwelt eine sehr interessante und „heikle“ Diskussion zum Thema Rassismus, die mir zeigte, dass achtsamer leben nicht nur heisst, alles um sich herum achtsamer wahrzunehmen. Unachtsam sein bezieht sich nämlich nicht nur auf das Übersehen von glücklichen oder traurigen Menschen sondern auch auf Aussagen, die auf Anstand und Respekt beruhen. Wer sagt nicht schon mal irgendetwas, ohne zu überlegen, wie das wirklich ankommt? Diese Diskussion und das Nachdenken über Rassismus bewogen mich dazu, in der nächsten Zeit vor allem auf mein Verhalten und auf meine Aussagen gegenüber „Anderem“, „mir Fremdem“ mehr acht zu nehmen. Denn auch wenn ich überzeugt bin, dass ich nie bewusst rassistisch bin, stellten wir heute in einer weiteren Diskussion fest, dass alle mal etwas Unachtsames gesagt haben / gemacht haben werden, dass bei den anderen als rassistisch aufgefasst wurde.




Ich finde, Achtsamkeit hat auch auf unser Thema einen grossen Bezug, da in der Dritten Welt (und auch an vielen anderen Orten, in bestimmten Religionen oder in bestimmten Situationen) die Frauen meiner Meinung nach oft zu wenig achtsam behandelt werden.