Montag, 11. Juni 2007

Einkaufen mit Verantwortung

Niemand von uns will sehniges oder abgelaufenes Fleisch, versteckt genmanipulierte Lebensmittel, Kleidung von unterbezahlten Textilarbeiterinnen, Taschentücher aus Urwaldholz oder Teppiche, die von Achtjährigen geknüpft sind. Niemand von uns will das wirklich, und trotzdem, immer, wenn wir einkaufen, ist dies alles möglich und vieles mehr.
Mit Konsum verbinden sich Missstände als Normalität. "Einkaufen hat seine Unschuld verloren." schreibt Tanja Busse in ihrem neuen Buch "Die Einkaufsrevolution. Konsumenten entdecken ihre Macht"
Markenkleider zu tragen ist eine besondere Facette von Manipulation im Dienste der Gewinnmaximierung. Kinder sind leicht verführbar und das Portemonnaie der Eltern öffnet sich aus Liebe. Gesucht wird das Glück und nicht zuerst das Kleid und wer möchte das seinen Kindern verwehren !?
Es ist wirklich fatal, dass es nicht als unmoralisch angesehen wird ,schon Kinder so stark zu manipulieren. Vor allem leiden solche Kinder darunter, deren Eltern das Konsumspiel nicht bezahlen können. So fühlen sich diese schon als Kind ausgeschlossen, weil sie nicht besitzen, was alle haben. Und genau dieses Grundgefühl von zu kurz gekommen sein oder am Rande stehen, zieht sich dann durch das ganze Leben und bestimmt künftiges Handeln. Wie sonst sollte man die Lust zum Diebstahl selbst bei Kantischülerinnen und Schülern erklären?
Manche sagen: "Ich kaufe nur das, was mir gefällt." Individuell wollen sie sein und übersehen dabei, dass sie in einer Modesaison massenhaft sich selbst begegnen. Ist diese unbewusste "Vermassung" ein Prinzip. Dorothe Sölle hat sinngemäss einmal gesagt. "Man lehrt uns herumzulaufen wie aufgezogene Konsumtierchen - bis zur Erschöpfung, damit wir über Gerechtigkeit erst gar nicht nachdenken können und schon überhaupt nicht über Verantwortung." So sind wir letztlich Kinder wie Erwachsene nicht Menschen sondern Puppen. Schlimm macht das erst der Verdacht, dass alle die den gleichen Anzug wünschen, das gleiche Denken mit einkaufen. Und wer bestimmt eigentlich dessen Inhalte?

Die Tatsache, dass sich andere auf Kosten anderer "glücklich machen", wird wohl nur schwer aus der Welt zu schaffen sein. Jedenfalls so lange nicht, bis sich Menschen im Klaren darüber sind, aus welchem Grund sie existieren. Wenn es uns nicht gelingt, die wirklich wichtigen Dinge in unserem Dasein zu erkennen, wird es vielleicht irgendwann nur noch Glück geben, das man kaufen kann. Heute die Markenkleider und später vielleicht... der massgeschneiderte Tod. Geld mit dem Sterbetourismus verdient man hierzulande jetzt schon.

Liebe Blogger-Gruppe
Ich habe ihre Beiträge mit grossem Interesse gelesen. Gut, dass Sie bis zum Schluss die Kraft hatten, so intensiv dran zu bleiben. Es gäbe noch so Vieles zu bereden...Aber als Lehrpersonen haben Sie noch viel Zeit die Verantwortung für Veränderungen anzunehmen.
Ich verabschiede mich von Ihnen und wünsche Ihnen eine gute Prüfungszeit. Natürlich um später effektive Handlungsräume finden zu können.

Nur das Beste
W.Braun

Handeln in einer konsumierenden Welt

schulrelevanten Konsumaspekt: Markenkleider


1. persönliche Betroffenheit

Immer wieder haben wir in unseren Praktika und bei jüngeren Verwandten erlebt, dass Markenkleider eine wichtige Rolle spielen. Jene Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, die heutzutage Markenkleider tragen, sind cool, gehören dazu, stehen im Mittelpunkt, haben etwas zu sagen und sind „in“. Diese Gruppe von Menschen wirkt dadurch selbstbewusster. Oft haben wir allerdings erlebt, dass diese Kleider eine Maske bieten für Kinder, die eigentlich gar nicht selbstbewusst sind, die bestimmte Auffälligkeiten aufweisen und sie damit überspielen möchten.

Wir alle machten aber auch Erfahrungen mit Kindern, die keine Markenkleider besitzen. Diese Schülerinnen und Schüler wurden oft – teilweise sogar unbewusst – ausgegrenzt. Sie gehören nicht dazu, sind nicht cool und haben somit in der Klasse nicht viel zu sagen.

Wir selbst waren alle Kinder ohne Markenkleider. Allerdings war damals wohl die Bedeutung dieser Kleider noch nicht so gross – auf jeden Fall nicht in unserer ländlichen Umgebung. Wir schätzen den Einfluss der Markenkleider auf die Integration der Kinder in der Klasse heute grösser ein als früher.

2. Analyse der Bedürfnisse

Der Konsum von Markenkleidern stillt in heutiger Zeit in erster Linie das Bedürfnis des Menschen, dazuzugehören. Da modische Leute schon immer eher höheres Ansehen genossen haben und da ja bekanntlich Kleider Leute machen, ist es nahe liegend, diesem Trend zu folgen.


Weitere mögliche Gründe für den Konsum von Markenkleidern:

  • Kleider werden als soziales Aushängeschild angesehen. Man meint, man könne anhand der Kleider ablesen, aus welcher sozialen Schicht die betreffende Person stammt.
  • Markenkleider können die finanzielle Lage präsentieren. Manche Menschen haben das Bedürfnis, anderen zu zeigen, wie vermögend sie sind und wie viele teure Kleider sie sich somit leisten können.
  • Markenkleider können eine finanzielle Not oder eine tiefe soziale Schicht verstecken. Manche Menschen geben viel Geld dafür her, gegen aussen nicht arm zu wirken. Sie wollen somit ihre wirklichen Lebensverhältnisse vertuschen.
  • Markenkleider sind meist ästhetisch. Sie stillen somit für viele Menschen das Bedürfnis, etwas Schönes zu tragen.
  • Der Konsum von Markenkleidern kann eine Sucht sein – der Kauf von immer mehr Kleidern versucht die Sucht zu stillen.

3. Analyse der Handlungsbedingungen

  • Die finanziellen Mittel bestimmen den Konsum von Markenkleidern. Da Markenkleider teuer sind, wird ein guter finanzieller Status vorausgesetzt.
  • Man muss gewillt sein, Markenkleider zu kaufen. Es benötigt eine gewisse Motivation, so viel Geld auszugeben. Diese Motivation ist von der Ausprägung der Bedürfnisse abhängig.
  • Das Tragen von Markenkleidern kann den Charakter beziehungsweise die Art der Gruppenzugehörigkeit aufzeigen. Carhartt zum Beispiel symbolisiert die Zugehörigkeit zu Skatern. Diese Verbindung entsteht einerseits durch die Werbung, andererseits leider auch durch Vorurteile. Die Kleider, die man kauft, müssen somit zu der kaufenden Person passen, man muss dahinter stehen können.

4. Fachliche Aufarbeitung zum Produkt




- Entstehung des Produkts (Weg des T-Shirts…)

http://suedwind-noewest.at/Faire%20Wochen%202005/workshops.pdf

Auf dieser Seite befindet sich ein Hinweis für folgenden Workshop

BAUMWOLL-MODE-WORKSHOP

"Der lange Weg meiner Jeans", Internationale Zusammenhänge und Hintergründe hautnah - die Geschichte unserer Kleidung wird methodisch vielfältig erfahrbar gemacht. Wir spinnen! Spinnt Ihr mit? Aus indischer Rohbaumwolle einen möglichst dünnen, langen und reißfesten Faden zu spinnen, erfordert einiges an Geschick! Aber das ist in diesem Workshop noch lange nicht alles: wir verfolgen den Weg der Baumwolle vom Anbau in Indien über die Verarbeitung in Asien und Mittelamerika zu den Modezentren Europas und schließlich auf die Altkleidermärkte in Ghana. Dazu gibt´s u.a. viele Informationen zu sozialen und ökologischen Aspekten des Baumwollanbaus sowie zur Herstellung von Kleidung und nicht zuletzt setzen wir uns mit dem eigenen Modebewusstsein auseinander. Altersstufen: 8 – 18 Jahre

http://www.suedwindagentur.at/start.asp?b=55

Wegweiser zum Bestellen folgender Broschüre

Made in Southern Africa

Eine Englischsprachige A4-Broschüre der Internationalen Clean Clothes Campaign zu den Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie Südafrikas. 2002, 100 Seiten.


- Schuluniformen

http://www.baselland.ch/docs/parl-lk/protokolle/2007/p2007-02-15/11.htm

Kinder stehen unter Druck, da Eltern sich keine Markenkleider leisten können. In den Schulen herrschet das Motto „Wer die schönsten und besten (Marken-)Kleider vorzeigen kann, ist auch der oder die Beste.“ Gegen diese negative Grundeinstellung soll vorgegangen werden, indem Schuluniformen eingeführt werden. Es habe sich in anderen Ländern gezeigt, dass der Zusammenhalt unter den Schülerinnen und Schülern durch das Tragen von Einheitskleidern grösser geworden ist und dass sich dadurch die Lernenden wieder stärker auf das Lernen konzentrieren konnten.

Es wird vorgeschlagen, dass das Tragen einer Schuluniform erst ab einer bestimmten Klasse obligatorisch erklärt oder auch nach oben eine Grenze setzt. Gemäss Umfragen seien die Schülerinnen und Schüler mehrheitlich für eine solche Regelung.

„Der Regierungsrat wird deshalb beauftragt, die gesetzliche Grundlage zu schaffen und Einzelheiten sowie Ausnahmen in einer Verordnung zu regeln, um das Tragen von Schuluniformen im Kanton Basel-Landschaft einzuführen. Die Einführung von Schuluniformen ist auf den nächstmöglichen Termin vorzusehen.“

http://www.baselland.ch/docs/parl-lk/protokolle/2007/p2007-02-15/11.htm:

Bei der Seite handelt es sich um das Protokoll der Landratssitzung vom 15. Februar 2007 des Kantons Basel-Landschaft. Es geht dabei um den parlamentarischen Vorstoss, dass an den Baselbieter Schulen Schuluniformen eingeführt werden sollen (siehe vorheriger Link). Die Motion wurde vom Regierungsrat abgelehnt.

Die wichtigsten Gründe dafür sind

- es wird kein Mehrwert geschaffen und man beschäftigt sich mit einem Nichtproblem

- unverhältnismässige Kosten ohne Steigerung der Bildungsqualität

- die zum Teil freiwilligen Versuche in einzelnen Schulen in den Nachbarkantonen haben bisher nicht dazu geführt, dass Schuluniformen zu einem Erfolgsmodell wurden

Anschliessend werden im Protokoll Pro- und Kontra-Stimmen der verschiedenen Parteien festgehalten. So wird unter anderem erklärt, dass Schuluniformen in den angelsächsischen Ländern Tradition haben. Sie dienen allerdings nicht der Vereinheitlichung, sondern um die Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen deutlich zu machen. Zudem würde dem Druck, Markenkleider zu kaufen, nicht entgegengewirkt: schliesslich müssen die Kinder auch Kleider für die Zeit ausserhalb der Schule haben.

Eine andere Partei weist darauf hin, dass man sich nicht auf die Schuluniformen als Disziplinarmassnahme verlassen kann und darf.

Ein weiterer Grund, der dagegen spricht, ist die Finanzierung, welche nicht vom Staat übernommen werden kann.

Es wird auch die Frage gestellt, wie das Tragen der Uniformen gehandhabt werden soll. Da dies irgendwie kontrolliert werden müsste, wird eine „Vergeudung“ der Unterrichtszeit befürchtet. Weiter wird gesagt, dass es in den Schulen einen Haufen Probleme gäbe, die gelöst werden müssen – nicht mittels Uniformen.

Dafür sprechen der wachsende Gruppendruck unter den Kindern und Jugendlichen, Markenkleider zu tragen, und die Möglichkeit zur Verminderung von sozialer Ausgrenzung der Kinder. Die Schuluniformen müssten, wie die anderen Kleider auch, von den Eltern bezahlt werden. Allerdings seien die Preise dafür wegen der Massenproduktion erschwinglich. Es wird auch erwähnt, dass Uniformen sehr modern daher kommen können und dass Umfragen ergeben hätten, dass eine Abneigung jener, die sie tragen müssten, nicht vorhanden sei.

http://www.ignoranz.ch/item/schuluniformen-in-basel-fluch-oder-segen/all-comments/:

Die Page zeigt einen Artikel vom Oktober 2006, als in einem Pilotprojekt an einer Basler Sekundarschule neu entworfene Schuluniformen eingeführt wurden. Dabei kam heraus, dass die Jungen die neuen Kleider mehrheitlich „cool“ fanden, die Mädchen aber eher enttäuscht waren.

Zu Beginn des Artikels werden die Gründe für das Aufkommen der Diskussion um Schuluniformen genannt: soziale Ausgrenzung, finanzielle Aspekte (teure Markenkleider), Druck auf Mitschüler und Eltern (welcher zu familieninternen Konflikten führen kann).

Es wird die Frage angesprochen, ob die eben genannten Probleme durch die Schuluniformen tatsächlich gelöst würden oder ob sich dann das Phänomen (bezeichnet als „Statussymbol-Neurose der Kids“) nicht auf andere Gegenstände oder Lebensbereiche verlagere. Es wird der Schluss gezogen, dass Schuluniformen für einen Teil der Probleme einen Lösungsansatz darstellen könnten.

Es wird auch (wie bereits bei der weiter oben erwähnten Diskussion an der Landratssitzung) betont, dass Schuluniformen modisch designed sein können und „keine Unterbindung der Individualität darstellen [sollen], sondern eine Art Schutz sozial Benachteiligter“.

Der Artikel wird beendet mit dem Satz: „Deshalb sagen wir Schuluniform olee, gebt den Kids die Möglichkeit zurück, sich wieder durch ihre Persönlichkeit zu profilieren!“

Zum Artikel sind zudem haufenweise Kommentare aufgeführt.


- Kinderarbeit / Kinderrechte

http://www.praxis-umweltbildung.de/dwnl/kleidung/info_tirupur.pdf

Diese Seite geht der Frage „Was hat mein T-Shirt mit Kinderarbeit zu tun?“ nach. Folgendes wird dabei dokumentiert:

· Mehr als die Hälfte der von Indien nach Europa exportierten Bekleidung wird in der Textilstadt Tirupur produziert. Um möglichst billig produzieren zu können, werden die Kleider in Kleinbetrieben hergestellt. Dies führt dazu, dass nur schwer überprüfbar ist, unter welchen Bedingungen (Arbeitsplatz, Lohn, …) dort gearbeitet wird. Aufgrund der Zeit, die es gebrauchen würde, um alle diese Kleinbetriebe zu untersuchen, werden meist nur grössere Firmen unter die Lupe genommen.

· Meist wird in diesen Textilunternehmen so wenig Lohn ausbezahlt, dass die Kinder mitarbeiten müssen, damit die Familie ernährt werden kann. In Indien arbeiten rund 50 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren in der Textil- oder Teppichindustrie. In Tirupur sind es Zehntausende von Kindern die nähen, sticken, färben und so weiter. Da nur grössere Firmen nach Arbeitsbedingungen untersucht werden, gehen kleinere Betriebe bei der Kinderarbeit kaum ein Risiko ein. Wird Kinderarbeit festgestellt, wird oft dank Bestechungen weggeschaut.

· Viele dieser Kinder werden die nie Möglichkeit erhalten, eine Schule zu besuchen und lesen und schreiben zu lernen.

http://www.evb.ch/p25000376.html

Diese Seite berichtet von einer Reportage des Kassensturzes über Kinderarbeit. Folgendes wird dabei berichtet:

· Das Kassensturz-Team belegte, dass für Charles Vögele SA und Jumbo–Markt AG Kinder hinter der Nähmaschine sitzen.

· Auch diese Seite behandelt berichtet über die Textilstadt Tirupur, wo Kinderarbeit stark verbreitet ist.

· Kassensturz sagt: Kinderarbeit ist ein Skandal. Wo Kinder Arbeiten müssen, verlieren sie ihr Recht auf Bildung. Ihre persönliche Entwicklung ist gefährdet. Wo Kinderarbeit herrscht, sind die Bedingungen meist für alle Beschäftigten schlecht: tiefe Löhne, lange Arbeitszeiten, etc.

· Ein Boykott der Firmen würde die Situation aber verschlimmern. Vögele und Jumbo müssen nun vielmehr Verantwortung übernehmen und bei den betreffenden Lieferanten direkt für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Erwerbslose Eltern müssen die Kinder am Arbeitsplatz ersetzen. Wo dies nicht möglich ist, muss sichergestellt werden, dass die Kinder neben der Arbeit wenigstens zur Schule gehen.

· Die Seite hat allerdings auch etwas Positives zu berichten: Zunehmend mehr Modehäuser beachten nämlich die Arbeitsbedingungen der Personen, die in Textilfirmen arbeiten.


- Armut / Reichtum

http://www.kinderohnerechte.ch/kor/web/themen-saab.php

Folgende Fragen werden auf dieser Internetseite thematisiert:

· Was ist Armut?

· Wer ist arm?

· Welches sind die minimalen Güter und Bedürfnisse, die ein Sozialhilfeempfänger sich leisten darf oder soll?

· Wie viel Luxus steht einem Armen zu?

Im Bezug auf Markenartikel wird im Artikel die Frage gestellt, ob sich Sozialhilfeempfänger Markenartikel leisten dürfen. Für viele Personen gehören Markenartikel zu den Luxusgütern, auf die gut verzichtet werden kann. Der Artikel sagt aber ganz klar aus, dass auch arme Menschen sich einen gewissen Luxus leisten dürfen, sei dies in Form von Zigaretten, Natel oder eben Markenkleidern. Dafür müssen sie ihr Geld bewusst einteilen in allen anderen Bereichen sparen.

Das Resultat einer Umfrage ergab allerdings, dass nur 5.8% der Schweizer einem Sozialhilfeempfänger Markenkleider zugestehen würde.


- Recycling

http://www.texaid.ch

Auf dieser Internetseite wird die Arbeitsgemeinschaft Texaid vorgestellt. Sie bildet der Zusammenschluss aus sechs verschiedenen Hilfswerken.

· Nicht mehr gebrauchte Kleidung (zum Beispiel auch Markenkleidung) kann in die Sammeltonnen geworfen werden

· Die Kleider werden nach verschiedenen Kriterien sortiert

· Die Kleider werden in Afrika billig verkauft

· Nicht mehr brauchbare Kleider werden recycelt (Bettfedern, Wolltuch, Wolle zum reissen)

Ein weiteres Thema kann Werbung / Werbebranche / Vermarktung sein. Gute Informationen dazu findet man unter www.bernhardkeller.de.

5. Mögliches Umsetzungskonzept

Klasse: Mittelstufe


Projekt zum Thema Schuluniform:


- Einstieg: Diskussion über Kleider / Markenkleider / Schuluniform / …

  • wie erleben die Kinder die Problematik der Markenkleidung? Sind sie davon betroffen?
  • Fühlen sich Kinder ausgegrenzt bzw. beliebt aufgrund von Kleidern?
  • Sind Markenkleider wichtig? Wenn ja: warum?
  • Wie sind die Meinungen zum Thema Schuluniform?
  • usw.,


- Einführung in das Thema: Es werden einheitliche T-Shirts verteilt, die die Kinder nun die ganze Woche tragen müssen. Damit sollen die Schülerinnen und Schüler erleben, welche Rolle Kleider spielen / wie sie sich auf das Sozialverhalten in der Klasse auswirken / ob spezielle Kleider wirklich wichtig sind / usw.


- Während dieser Zeit werden folgende Themen behandelt:

  • Wo trägt man Schuluniformen? Was bezwecken sie?
  • Was hält die Bevölkerung von Schuluniformen: Interviews / Umfragen durchführen.
  • Geschichte: Wie war es früher? (theoretisch behandeln und durch Interviews mit älteren Menschen herausfinden)
  • Uniformen allgemein (Pfadi, Feuerwehr, Turnverein, …): wo, welche, warum
  • Kleider machen Leute: Was sagen Kleider aus? (Bilder von Menschen mit unterschiedlicher Kleidung besprechen). Gibt es Vorurteile? Welche?
  • Aspekt arm / reich

- Am Schluss des Projektes wird das Tragen der einheitlichen T-Shirts sowie Umfragen und so weiter ausgewertet.

  • Wie hast du dich gefühlt?
  • Hat sich dein Verhältnis zu einem Klassenkolleg / einer Klassenkollegin verändert?
  • Würdest du gerne immer Uniformen bzw. einheitliche T-Shirts tragen?
  • Hat sich deine Einstellung gegenüber Schuluniformen geändert?
  • Hat sich deine Einstellung gegenüber Markenkleidern geändert?
  • Wie wichtig findest du die Kleidung nach diesem Projekt?
  • Wie sieht es die Bevölkerung?
  • usw.


Als Abschluss des Projektes dürfen die Kinder ein T-Shirt bedrucken / bemalen.

Ziel: Einheitlichkeit auflösen, Individualisierung ansprechen: Jeder ist anders und kann sich so anziehen, wie er/sie möchte, allerdings darf man die Personen nicht anhand dieser Kleidung beurteilen.


Weiterführende Ideen:

- Arbeitsbedingungen der Menschen, die unsere Kleider herstellen thematisieren (u.a. Kinderarbeit)

- selber Rohstoffe (z.B. Baumwolle) herstellen, Faden spinnen, Kleider nähen

- Thematik „clean clothing“

- Kleiderrecycling

- Weg der Kleider

6. Überprüfung des Umsetzungskonzeptes

Fokus Kind:

Kindsgemässheit:

  • erlebnis- und erfahrungsorientiert: Tragen der einheitlichen T-Shirts + deren Wirkung erfahren
  • subjektorientiert: Die Kinder und ihre Einstellungen werden persönlich angesprochen


Lebensnähe:

  • Orientierung an Phänomenen: Markenkleider werden immer mehr ein Thema und sind allgegenwärtig in unserer Gesellschaft
  • Lebensbezüge aus dem Lebensbereich der Altersstufe: Die Kleidung ist ein Thema – je nach Ort (ländlich, städtisch) ein grösseres oder geringeres


Gegenwartsbezug und Zukunftsbedeutung:

  • Mit diesem Thema wird das jetzige Sozialverhalten der Kinder angesprochen, mit dem Ziel, Einfluss auf das zukünftige Sozialverhalten betreffend der Kleidung zu haben.



Fokus Sache:

Multiperspektivität:

  • Orientierung an Vielfalt und Vielheit: geografische, geschichtliche und soziale Perspektive


Vernetzung:

  • Orientierung an Beziehungen / Zusammenhänge zwischen Dingen, Menschen und Phänomenen: Kleider machen Leute
  • Fachvernetzung: Textiles Gestalten, Raum und Zeit, IG


Wert- und Sinnorientierung:

  • Orientierung an Werten: jedes Kind macht sich selbst Gedanken über seine Einstellung, überdenkt diese und verändert sie allenfalls



Fokus Lernen:

Exemplarizität:

  • Orientierung an eindrucksvollen Beispielen, die grundlegende Einsichten ermöglichen: Da die Kinder die Thematik authentisch erleben, werden grundlegende Einsichten ermöglicht


Handlungsorientierung:

  • Orientierung an konkreten Handeln als Grundlage des Verstehens: Tragen der einheitlichen T-Shirts, Interviews, Umfragen


Originale Begegnung / Realanschauung:

  • Orientierung an realen Erfahrungen und direkter Begegnung: Tragen der einheitlichen T-Shirts, Interviews, Umfragen


Prozess- und Ergebnisorientierung:

  • Orientierung an Wissenszuwachs: Reflexion und Auswertung der Woche / der Einstellungen / der Erfahrungen / usw.

Sonntag, 3. Juni 2007

Bring - Hol - Aktion

Wie erging es Ihnen bei der Auswahl der mitgebrachten Gegenstände?

Bei einigen Gegenständen fragten wir uns, ob sie überhaupt zumutbar und brauchbar sind. Bei anderen Gegenständen war es schwierig, sich von ihnen zu trennen, da sie noch brauchbar und teilweise von grosser Bedeutung aber trotzdem nicht mehr in Verwendung waren.

Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre Gegenstände aus?

- Brauche ich den Gegenstand wirklich nicht mehr?

- Was bedeutet mir der Gegenstand?

- Kann ich mich vom Gegenstand trennen?

- Ist es nicht peinlich, diesen Gegenstand mitzubringen?

- Kann ihn wohl jemand verwenden?

Nahmen Sie sie schweren, leichten Herzens mit? Warum?

Diejenigen Gegenstände, die wir schlussendlich auswählten, nahmen wir leichten Herzens mit, da es Gegenstände sind, an denen wir eigentlich nicht mehr hängen und bei denen wir uns eingestehen mussten, dass sie bei uns nur noch herumliegen.

Was löste es bei Ihnen aus, durch die Räume zu gehen und eine grosse Anzahl Gegenstände, die eigentlich Ihren Kolleginnen und Kollegen gehörten, zur freien Mitnahme vorzufinden?

Bei Kleidern, Schmuck und Taschen fragten wir uns, wie es wohl sein wird, diese Gegenstände von anderen Personen auf oder an uns zu tragen. Ist es nicht komisch, wenn die Gegenstände später erkannt werden?

Es kam ein wenig ein Brockenhaus-Gefühl auf - viel Ramsch und dazwischen aber auch erstaunlich gute / wertvolle / brauchbare Gegenstände.

Vielleicht sind nicht alle Ihre Gegenstände an eine andere Person weitergegangen. Was empfinden Sie dabei?

Wir haben Verständnis dafür, dass manche Gegenstände nicht mitgenommen wurden, da es schliesslich für uns wichtige Gegenstände waren, die für andere von keiner Bedeutung und die teilweise nicht mehr sehr zeitgemäss sind.

Habe ich mehr gebracht als genommen oder umgekehrt? Warum? (Es gibt für beides gute Gründe)

Es ist bei uns allen etwa ausgeglichen, im Durchschnitt wurde eher weniger mit nach Hause genommen als dass gebracht wurde. Der Grund dafür liegt unserer Meinung nach darin, dass wir uns immer wieder überlegt haben, ob wir diese Gegenstände überhaupt brauchen können. Schliesslich brachten sie andere Personen mit, da sie sie nicht mehr verwenden konnten.

Wie könnte eine solche „Bring-und-Hol-Aktion“ in Ihrer Schulpraxis umgesetzt werden?

Wir denken, es ist heikel, den Kindern diesen Auftrag zu geben ohne die Eltern darüber zu informieren, da sonst wahrscheinlich einige Kinder Gegenstände mitnehmen, die zu Hause noch Verwendung hätten. Auch besteht das Problem, dass einige Kinder nichts, andere sehr viel mitbringen.

Ausserdem ist es für Kinder schwieriger, sich zu entscheiden, was sie wirklich brauchen und was nicht.

Wir würden diese Aktion deshalb in der Schule eher nicht durchführen. Besser wäre wohl ein gut organisierter Flohmarkt.