Kaffee trinken ist sehr einfach. Ich gehe in den Migros, nehme mir den Kaffee aus dem Regal, gehe an die Kasse und zahle ihn. Zuhause koche ich heisses Wasser und fülle den Kaffee in die Tasse.
Nunja, ich möchte jetzt aber mal nachgehen, von wo dieser Kaffee eigentlich stammt!
Geerntet wird er beispielsweise in Äthiopien während 10 bis 12 Wochen. Die Früchte werden mit der Hand gepflückt, damit nur die Reifen Früchte abgenommen werden. Dies erhöht die Qualität des Kaffees. Um Arbeit zu sparen, wird auch mit der Maschine geerntet, dies verringert jedoch die Qualität. Um 1 Sack mit 60 kg Rohkaffee zu erhalten, ist die Ernte von 100 gut tragenden Arabica-Bäumen erforderlich.
Mit der Nassaufbereitung wird möglichst innerhalb von 12 Stunden, spätestens 24 Stunden nach der Ernte begonnen. Zunächst wird mit Wasser vorgereinigt (Hand oder Maschine) und durch Schwemmen vorsortiert und die Fruchthaut wird entfernt.
Für die Nassaufbereitung werden je Kilogramm marktfertigen Rohkaffee 130 bis 150 Liter Wasser benötigt.
In einer Schlussbehandlung werden noch enthaltene Verunreinigungen abgetrennt und die Bohnen – bei hochwertigen Kaffees mit der Hand – verlesen, das bedeutet nach Größe und Qualität sortiert. Das ergibt den marktfertigen Rohkaffee.
Der Kaffee wird nun verschifft und nach Europa, beispielsweise nach Hamburg transportiert. Der Hamburter Hafen ist weltweit der größte Umschlagplatz für Rohkaffee.
Dort wird der Kaffee an Grosshandelsfirmen verkauft und kleineren Filialen zum Verkauf weitergereicht.
Nun sind wir an dem Punkt angelangt, anwelchem ich in den Laden gehen kann und ihn einfach so aus dem Regal ziehen.
Nun ist es auch noch interessant zu sehen, wer mein im Laden gezahltes Geld nun wirklich bekommt.
Zusammensetzung des Kaffeepreises
| 44,9% | Steuern, Zölle, Frachtkosten |
| 23,7% | Einzelhandel |
| 17,8% | Händler und Röster |
| 8,5% | Plantagenbesitzer |
| 5,1% | Löhne der Arbeiter |
Dies sind erschreckende Zahlen. Zusammengerechnet bekommen all jene, welche an der eigentlichen Produktion beteiligt sind nur ca. ein drittel des Geldes. Weit mehr Geld wird gebraucht für Steuern, Zölle und Frachtkosten.
Angenommen ich kaufe 1 kg Kaffee im Laden für 5.- dann machen davon genau 25 Rp. die Löhne der Arbeiter aus.
Bezogen auf unser Bloggthema lässt sich hier sicher noch anfügen, dass bei der Liste auch Arbeiterinnen stehen sollte. Ich habe jetzt die Arbeitsverhältnisse dieser Arbeiter und Arbeiterinnen nicht erwähnt. Aber wenn man nur schon ihre Löhne anschaut, ist dies erschreckend!


3 Kommentare:
Wir sind uns dessen meistens nicht bewusst, da wir in einen Grossverteiler gehen, uns die gewünschte Sache kaufen und somit ist das Thema erledigt.
Als ich die Zahlen (Löhne der Arbeitenden) angeschaut habe, erinnerte mich die Situation an China oder allgemein Asien.
Beispiel:
In Shang Hai leben Arbeitende zusammengepfärcht in einzelnen Räumen, die von den Arbeitgebenden zur Verfügung gestellt werden. Meistens kommen acht Personen auf 12 bis 16 Quadratmeter Wohnfläche!
Da die Arbeitenden im Schichtbetrieb schuften, sind nicht alle Personen auf einmal im Raum, begründen die Arbeitgebenden die Zimmerauslastung!
Zudem sind jugendliche und zierliche Frauen sehr beliebt, da diese genug kleine Hände haben, um Kleinstbauteile zusammenzufügen, welche in der Computerindustrie häufig vorkommen.
Von Sozialversicherungen spricht niemand. Einen Mindestlohn ist nicht bekannt.
Wenn ich mir dieser Misstände bewusst werde, dann versuche ich mich bein nächsten Kauf eines Medientools nicht nur auf den Preis zu achten, denn wie Mediamarkt propagiert: "Ich bin doch nicht blöd!"
Oliver Riederer LGE04
Ich finde es sehr erschreckend zu sehen, wie unverhältinsmässig das Geld verteilt ist. Ich schäme mich fast dafür, dass ich Kaffe trinke. Es ist unglaublich ungerecht, wie die Menschen ausgebeutet werden, nur damit wir unseren Kaffe möglichst günstig und gut duftend vor unserer Nase haben!
Die Tatsache, dass nur etwa ein Drittel des Geldes an die Arbeiter geht und fast die Hälfte für Zölle und Transportkosten gebraucht wird, finde ich erschreckend. Natürlich müssen all die Leute, welche die Ware transportieren auch ihren Lohn haben, aber jene, die bei der Produktion hinter dem Produkt stehen, erhalten ja praktisch nichts. Bei solchen Missständen muss man sich wirklich bewusst überlegen, ob man das nächste Mal im Laden nicht doch lieber ein paar Rappen mehr zahlt, so dass die Arbeiter wenigstens einen gerechteren Lohn erhalten um angemessen leben zu können.
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