Freitag, 4. Mai 2007

Achtsamkeit

Diese Woche sind mir gerade verschiedene Male Mutter-Kind Situationen aufgefallen.
Das erste Beispiel beobachtete ich am Montag beim Ausgang des Hallenbades. Der etwa 10 jährige Knabe kommt aus dem Schwimmkurs und die Mutter wartet vor der Türe auf ihn. Nach der Begrüssung die erste Reaktion des Kindes: Er drückt der Mutter seine zwei Schwimmtaschen in die Hand. Der Mutter fällt eine Tasche herunter, SIE bückt sich und sucht dem Sohn noch das Käppchen aus der Tasche welches sie ihm dann aufsetzt. Zusammen laufen sie zur Bushaltestelle, wobei der Knabe nichts zu tragen hat.
Das zweite Beispiel beobachtete ich heute morgen. Dem Anschein nach kam eine Klasse aus einem Lager zurück, die Müttern (nur Mütter) haben sie am Bahnhof abgeholt und jede nahm seinem Kind einen Teil des Gepäckes ab. Nunja, beim zweiten Beispiel ist das sehr naheliegend. Ich konnte auch kein Kind beobachten, welches nichts mehr tragen musste.
Daraus würde ich schliessen, dass es warscheinlich sehr normal ist und zur Aufgabe der Mutter gehört, dem Kind die Last abzunehmen. Nur sehe ich ein Problem vorallem im ersten Beispiel. Die Abläufe zwischen Mutter und Kind sahen sehr eingespielt aus (das ist warscheinlich auch der Grund wieso es mir aufgefallen ist). Für das Kind war es normal, das die Mutter ihm alles abnimmt. Ich finde aber diese Rollenverteilung sehr extrem. Diese Mutter meint es ja sicher nur gut, sie umsorgt ihn und macht alles für ihn. Jedoch sehe ich da auch Nachteile. Und diese Nachteile laufen eigentlich schon in den Zusammenhang zu unserem Bloggthema.

Viele Mütter übernehmen sehr vieles oder fast alles für ihre Kinder. Sie unterstützen es in allen Lagen und erfüllen ihnen womöglich auch alle Wünsche. Es besteht dann aber die Gefahr für die Mutter resp. Frau, dass sie sich in die Rolle des "Mädchens für alles" drängt. Natürlich putzt sie dann auch immer das Zimmer des Kindes und wäscht ihm die Wäsche bis 30. Dies wiederum prägt das Bild des Knabens gegenüber Frauen. Und er erwartet somit, das sich die Mutter wie auch die zukünftige Freundin um ihn kümmert, da er ja Hilfsbedürftig und nicht selbstständig ist.

Nunja, diese Geschichte ist jetzt einbisschen überspitzt, aber ich denke, und es kommt auch immer wieder vor, dass genau diese Rollen verteilt werden und die im Gesellschaftsbild haften bleiben. Deshalb ist es sicherlich sehr wichtig für uns als Zukünftige Lehrerinnen und Mütter unsere Kinder zur Selbstständigkeit und zu einem gesunden Rollenverständnis zu erziehen.

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