Montag, 11. Juni 2007
Einkaufen mit Verantwortung
Mit Konsum verbinden sich Missstände als Normalität. "Einkaufen hat seine Unschuld verloren." schreibt Tanja Busse in ihrem neuen Buch "Die Einkaufsrevolution. Konsumenten entdecken ihre Macht"
Markenkleider zu tragen ist eine besondere Facette von Manipulation im Dienste der Gewinnmaximierung. Kinder sind leicht verführbar und das Portemonnaie der Eltern öffnet sich aus Liebe. Gesucht wird das Glück und nicht zuerst das Kleid und wer möchte das seinen Kindern verwehren !?
Es ist wirklich fatal, dass es nicht als unmoralisch angesehen wird ,schon Kinder so stark zu manipulieren. Vor allem leiden solche Kinder darunter, deren Eltern das Konsumspiel nicht bezahlen können. So fühlen sich diese schon als Kind ausgeschlossen, weil sie nicht besitzen, was alle haben. Und genau dieses Grundgefühl von zu kurz gekommen sein oder am Rande stehen, zieht sich dann durch das ganze Leben und bestimmt künftiges Handeln. Wie sonst sollte man die Lust zum Diebstahl selbst bei Kantischülerinnen und Schülern erklären?
Manche sagen: "Ich kaufe nur das, was mir gefällt." Individuell wollen sie sein und übersehen dabei, dass sie in einer Modesaison massenhaft sich selbst begegnen. Ist diese unbewusste "Vermassung" ein Prinzip. Dorothe Sölle hat sinngemäss einmal gesagt. "Man lehrt uns herumzulaufen wie aufgezogene Konsumtierchen - bis zur Erschöpfung, damit wir über Gerechtigkeit erst gar nicht nachdenken können und schon überhaupt nicht über Verantwortung." So sind wir letztlich Kinder wie Erwachsene nicht Menschen sondern Puppen. Schlimm macht das erst der Verdacht, dass alle die den gleichen Anzug wünschen, das gleiche Denken mit einkaufen. Und wer bestimmt eigentlich dessen Inhalte?
Die Tatsache, dass sich andere auf Kosten anderer "glücklich machen", wird wohl nur schwer aus der Welt zu schaffen sein. Jedenfalls so lange nicht, bis sich Menschen im Klaren darüber sind, aus welchem Grund sie existieren. Wenn es uns nicht gelingt, die wirklich wichtigen Dinge in unserem Dasein zu erkennen, wird es vielleicht irgendwann nur noch Glück geben, das man kaufen kann. Heute die Markenkleider und später vielleicht... der massgeschneiderte Tod. Geld mit dem Sterbetourismus verdient man hierzulande jetzt schon.
Liebe Blogger-Gruppe
Ich habe ihre Beiträge mit grossem Interesse gelesen. Gut, dass Sie bis zum Schluss die Kraft hatten, so intensiv dran zu bleiben. Es gäbe noch so Vieles zu bereden...Aber als Lehrpersonen haben Sie noch viel Zeit die Verantwortung für Veränderungen anzunehmen.
Ich verabschiede mich von Ihnen und wünsche Ihnen eine gute Prüfungszeit. Natürlich um später effektive Handlungsräume finden zu können.
Nur das Beste
W.Braun
Handeln in einer konsumierenden Welt
schulrelevanten Konsumaspekt: Markenkleider
1. persönliche Betroffenheit
Immer wieder haben wir in unseren Praktika und bei jüngeren Verwandten erlebt, dass Markenkleider eine wichtige Rolle spielen. Jene Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, die heutzutage Markenkleider tragen, sind cool, gehören dazu, stehen im Mittelpunkt, haben etwas zu sagen und sind „in“. Diese Gruppe von Menschen wirkt dadurch selbstbewusster. Oft haben wir allerdings erlebt, dass diese Kleider eine Maske bieten für Kinder, die eigentlich gar nicht selbstbewusst sind, die bestimmte Auffälligkeiten aufweisen und sie damit überspielen möchten.
Wir alle machten aber auch Erfahrungen mit Kindern, die keine Markenkleider besitzen. Diese Schülerinnen und Schüler wurden oft – teilweise sogar unbewusst – ausgegrenzt. Sie gehören nicht dazu, sind nicht cool und haben somit in der Klasse nicht viel zu sagen.
Wir selbst waren alle Kinder ohne Markenkleider. Allerdings war damals wohl die Bedeutung dieser Kleider noch nicht so gross – auf jeden Fall nicht in unserer ländlichen Umgebung. Wir schätzen den Einfluss der Markenkleider auf die Integration der Kinder in der Klasse heute grösser ein als früher.
2. Analyse der Bedürfnisse
Der Konsum von Markenkleidern stillt in heutiger Zeit in erster Linie das Bedürfnis des Menschen, dazuzugehören. Da modische Leute schon immer eher höheres Ansehen genossen haben und da ja bekanntlich Kleider Leute machen, ist es nahe liegend, diesem Trend zu folgen.
Weitere mögliche Gründe für den Konsum von Markenkleidern:
- Kleider werden als soziales Aushängeschild angesehen. Man meint, man könne anhand der Kleider ablesen, aus welcher sozialen Schicht die betreffende Person stammt.
- Markenkleider können die finanzielle Lage präsentieren. Manche Menschen haben das Bedürfnis, anderen zu zeigen, wie vermögend sie sind und wie viele teure Kleider sie sich somit leisten können.
- Markenkleider können eine finanzielle Not oder eine tiefe soziale Schicht verstecken. Manche Menschen geben viel Geld dafür her, gegen aussen nicht arm zu wirken. Sie wollen somit ihre wirklichen Lebensverhältnisse vertuschen.
- Markenkleider sind meist ästhetisch. Sie stillen somit für viele Menschen das Bedürfnis, etwas Schönes zu tragen.
- Der Konsum von Markenkleidern kann eine Sucht sein – der Kauf von immer mehr Kleidern versucht die Sucht zu stillen.
3. Analyse der Handlungsbedingungen
- Die finanziellen Mittel bestimmen den Konsum von Markenkleidern. Da Markenkleider teuer sind, wird ein guter finanzieller Status vorausgesetzt.
- Man muss gewillt sein, Markenkleider zu kaufen. Es benötigt eine gewisse Motivation, so viel Geld auszugeben. Diese Motivation ist von der Ausprägung der Bedürfnisse abhängig.
- Das Tragen von Markenkleidern kann den Charakter beziehungsweise die Art der Gruppenzugehörigkeit aufzeigen. Carhartt zum Beispiel symbolisiert die Zugehörigkeit zu Skatern. Diese Verbindung entsteht einerseits durch die Werbung, andererseits leider auch durch Vorurteile. Die Kleider, die man kauft, müssen somit zu der kaufenden Person passen, man muss dahinter stehen können.
4. Fachliche Aufarbeitung zum Produkt
- Entstehung des Produkts (Weg des T-Shirts…)
http://suedwind-noewest.at/Faire%20Wochen%202005/workshops.pdf
Auf dieser Seite befindet sich ein Hinweis für folgenden Workshop
BAUMWOLL-MODE-WORKSHOP
"Der lange Weg meiner Jeans", Internationale Zusammenhänge und Hintergründe hautnah - die Geschichte unserer Kleidung wird methodisch vielfältig erfahrbar gemacht. Wir spinnen! Spinnt Ihr mit? Aus indischer Rohbaumwolle einen möglichst dünnen, langen und reißfesten Faden zu spinnen, erfordert einiges an Geschick! Aber das ist in diesem Workshop noch lange nicht alles: wir verfolgen den Weg der Baumwolle vom Anbau in Indien über die Verarbeitung in Asien und Mittelamerika zu den Modezentren Europas und schließlich auf die Altkleidermärkte in Ghana. Dazu gibt´s u.a. viele Informationen zu sozialen und ökologischen Aspekten des Baumwollanbaus sowie zur Herstellung von Kleidung und nicht zuletzt setzen wir uns mit dem eigenen Modebewusstsein auseinander. Altersstufen: 8 – 18 Jahre
http://www.suedwindagentur.at/start.asp?b=55
Wegweiser zum Bestellen folgender Broschüre
Made in Southern Africa
Eine Englischsprachige A4-Broschüre der Internationalen Clean Clothes Campaign zu den Arbeitsbedingungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie Südafrikas. 2002, 100 Seiten.
- Schuluniformen
http://www.baselland.ch/docs/parl-lk/protokolle/2007/p2007-02-15/11.htm
Kinder stehen unter Druck, da Eltern sich keine Markenkleider leisten können. In den Schulen herrschet das Motto „Wer die schönsten und besten (Marken-)Kleider vorzeigen kann, ist auch der oder die Beste.“ Gegen diese negative Grundeinstellung soll vorgegangen werden, indem Schuluniformen eingeführt werden. Es habe sich in anderen Ländern gezeigt, dass der Zusammenhalt unter den Schülerinnen und Schülern durch das Tragen von Einheitskleidern grösser geworden ist und dass sich dadurch die Lernenden wieder stärker auf das Lernen konzentrieren konnten.
Es wird vorgeschlagen, dass das Tragen einer Schuluniform erst ab einer bestimmten Klasse obligatorisch erklärt oder auch nach oben eine Grenze setzt. Gemäss Umfragen seien die Schülerinnen und Schüler mehrheitlich für eine solche Regelung.
„Der Regierungsrat wird deshalb beauftragt, die gesetzliche Grundlage zu schaffen und Einzelheiten sowie Ausnahmen in einer Verordnung zu regeln, um das Tragen von Schuluniformen im Kanton Basel-Landschaft einzuführen. Die Einführung von Schuluniformen ist auf den nächstmöglichen Termin vorzusehen.“
http://www.baselland.ch/docs/parl-lk/protokolle/2007/p2007-02-15/11.htm:
Bei der Seite handelt es sich um das Protokoll der Landratssitzung vom 15. Februar 2007 des Kantons Basel-Landschaft. Es geht dabei um den parlamentarischen Vorstoss, dass an den Baselbieter Schulen Schuluniformen eingeführt werden sollen (siehe vorheriger Link). Die Motion wurde vom Regierungsrat abgelehnt.
Die wichtigsten Gründe dafür sind
- es wird kein Mehrwert geschaffen und man beschäftigt sich mit einem Nichtproblem
- unverhältnismässige Kosten ohne Steigerung der Bildungsqualität
- die zum Teil freiwilligen Versuche in einzelnen Schulen in den Nachbarkantonen haben bisher nicht dazu geführt, dass Schuluniformen zu einem Erfolgsmodell wurden
Anschliessend werden im Protokoll Pro- und Kontra-Stimmen der verschiedenen Parteien festgehalten. So wird unter anderem erklärt, dass Schuluniformen in den angelsächsischen Ländern Tradition haben. Sie dienen allerdings nicht der Vereinheitlichung, sondern um die Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen deutlich zu machen. Zudem würde dem Druck, Markenkleider zu kaufen, nicht entgegengewirkt: schliesslich müssen die Kinder auch Kleider für die Zeit ausserhalb der Schule haben.
Eine andere Partei weist darauf hin, dass man sich nicht auf die Schuluniformen als Disziplinarmassnahme verlassen kann und darf.
Ein weiterer Grund, der dagegen spricht, ist die Finanzierung, welche nicht vom Staat übernommen werden kann.
Es wird auch die Frage gestellt, wie das Tragen der Uniformen gehandhabt werden soll. Da dies irgendwie kontrolliert werden müsste, wird eine „Vergeudung“ der Unterrichtszeit befürchtet. Weiter wird gesagt, dass es in den Schulen einen Haufen Probleme gäbe, die gelöst werden müssen – nicht mittels Uniformen.
Dafür sprechen der wachsende Gruppendruck unter den Kindern und Jugendlichen, Markenkleider zu tragen, und die Möglichkeit zur Verminderung von sozialer Ausgrenzung der Kinder. Die Schuluniformen müssten, wie die anderen Kleider auch, von den Eltern bezahlt werden. Allerdings seien die Preise dafür wegen der Massenproduktion erschwinglich. Es wird auch erwähnt, dass Uniformen sehr modern daher kommen können und dass Umfragen ergeben hätten, dass eine Abneigung jener, die sie tragen müssten, nicht vorhanden sei.
http://www.ignoranz.ch/item/schuluniformen-in-basel-fluch-oder-segen/all-comments/:
Die Page zeigt einen Artikel vom Oktober 2006, als in einem Pilotprojekt an einer Basler Sekundarschule neu entworfene Schuluniformen eingeführt wurden. Dabei kam heraus, dass die Jungen die neuen Kleider mehrheitlich „cool“ fanden, die Mädchen aber eher enttäuscht waren.
Zu Beginn des Artikels werden die Gründe für das Aufkommen der Diskussion um Schuluniformen genannt: soziale Ausgrenzung, finanzielle Aspekte (teure Markenkleider), Druck auf Mitschüler und Eltern (welcher zu familieninternen Konflikten führen kann).
Es wird die Frage angesprochen, ob die eben genannten Probleme durch die Schuluniformen tatsächlich gelöst würden oder ob sich dann das Phänomen (bezeichnet als „Statussymbol-Neurose der Kids“) nicht auf andere Gegenstände oder Lebensbereiche verlagere. Es wird der Schluss gezogen, dass Schuluniformen für einen Teil der Probleme einen Lösungsansatz darstellen könnten.
Es wird auch (wie bereits bei der weiter oben erwähnten Diskussion an der Landratssitzung) betont, dass Schuluniformen modisch designed sein können und „keine Unterbindung der Individualität darstellen [sollen], sondern eine Art Schutz sozial Benachteiligter“.
Der Artikel wird beendet mit dem Satz: „Deshalb sagen wir Schuluniform olee, gebt den Kids die Möglichkeit zurück, sich wieder durch ihre Persönlichkeit zu profilieren!“
Zum Artikel sind zudem haufenweise Kommentare aufgeführt.
- Kinderarbeit / Kinderrechte
http://www.praxis-umweltbildung.de/dwnl/kleidung/info_tirupur.pdf
Diese Seite geht der Frage „Was hat mein T-Shirt mit Kinderarbeit zu tun?“ nach. Folgendes wird dabei dokumentiert:
· Mehr als die Hälfte der von Indien nach Europa exportierten Bekleidung wird in der Textilstadt Tirupur produziert. Um möglichst billig produzieren zu können, werden die Kleider in Kleinbetrieben hergestellt. Dies führt dazu, dass nur schwer überprüfbar ist, unter welchen Bedingungen (Arbeitsplatz, Lohn, …) dort gearbeitet wird. Aufgrund der Zeit, die es gebrauchen würde, um alle diese Kleinbetriebe zu untersuchen, werden meist nur grössere Firmen unter die Lupe genommen.
· Meist wird in diesen Textilunternehmen so wenig Lohn ausbezahlt, dass die Kinder mitarbeiten müssen, damit die Familie ernährt werden kann. In Indien arbeiten rund 50 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren in der Textil- oder Teppichindustrie. In Tirupur sind es Zehntausende von Kindern die nähen, sticken, färben und so weiter. Da nur grössere Firmen nach Arbeitsbedingungen untersucht werden, gehen kleinere Betriebe bei der Kinderarbeit kaum ein Risiko ein. Wird Kinderarbeit festgestellt, wird oft dank Bestechungen weggeschaut.
· Viele dieser Kinder werden die nie Möglichkeit erhalten, eine Schule zu besuchen und lesen und schreiben zu lernen.
http://www.evb.ch/p25000376.html
Diese Seite berichtet von einer Reportage des Kassensturzes über Kinderarbeit. Folgendes wird dabei berichtet:
· Das Kassensturz-Team belegte, dass für Charles Vögele SA und Jumbo–Markt AG Kinder hinter der Nähmaschine sitzen.
· Auch diese Seite behandelt berichtet über die Textilstadt Tirupur, wo Kinderarbeit stark verbreitet ist.
· Kassensturz sagt: Kinderarbeit ist ein Skandal. Wo Kinder Arbeiten müssen, verlieren sie ihr Recht auf Bildung. Ihre persönliche Entwicklung ist gefährdet. Wo Kinderarbeit herrscht, sind die Bedingungen meist für alle Beschäftigten schlecht: tiefe Löhne, lange Arbeitszeiten, etc.
· Ein Boykott der Firmen würde die Situation aber verschlimmern. Vögele und Jumbo müssen nun vielmehr Verantwortung übernehmen und bei den betreffenden Lieferanten direkt für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Erwerbslose Eltern müssen die Kinder am Arbeitsplatz ersetzen. Wo dies nicht möglich ist, muss sichergestellt werden, dass die Kinder neben der Arbeit wenigstens zur Schule gehen.
· Die Seite hat allerdings auch etwas Positives zu berichten: Zunehmend mehr Modehäuser beachten nämlich die Arbeitsbedingungen der Personen, die in Textilfirmen arbeiten.
- Armut / Reichtum
http://www.kinderohnerechte.ch/kor/web/themen-saab.php
Folgende Fragen werden auf dieser Internetseite thematisiert:
· Was ist Armut?
· Wer ist arm?
· Welches sind die minimalen Güter und Bedürfnisse, die ein Sozialhilfeempfänger sich leisten darf oder soll?
· Wie viel Luxus steht einem Armen zu?
Im Bezug auf Markenartikel wird im Artikel die Frage gestellt, ob sich Sozialhilfeempfänger Markenartikel leisten dürfen. Für viele Personen gehören Markenartikel zu den Luxusgütern, auf die gut verzichtet werden kann. Der Artikel sagt aber ganz klar aus, dass auch arme Menschen sich einen gewissen Luxus leisten dürfen, sei dies in Form von Zigaretten, Natel oder eben Markenkleidern. Dafür müssen sie ihr Geld bewusst einteilen in allen anderen Bereichen sparen.
Das Resultat einer Umfrage ergab allerdings, dass nur 5.8% der Schweizer einem Sozialhilfeempfänger Markenkleider zugestehen würde.
- Recycling
Auf dieser Internetseite wird die Arbeitsgemeinschaft Texaid vorgestellt. Sie bildet der Zusammenschluss aus sechs verschiedenen Hilfswerken.
· Nicht mehr gebrauchte Kleidung (zum Beispiel auch Markenkleidung) kann in die Sammeltonnen geworfen werden
· Die Kleider werden nach verschiedenen Kriterien sortiert
· Die Kleider werden in Afrika billig verkauft
· Nicht mehr brauchbare Kleider werden recycelt (Bettfedern, Wolltuch, Wolle zum reissen)
Ein weiteres Thema kann Werbung / Werbebranche / Vermarktung sein. Gute Informationen dazu findet man unter www.bernhardkeller.de.
5. Mögliches Umsetzungskonzept
Klasse: Mittelstufe
Projekt zum Thema Schuluniform:
- Einstieg: Diskussion über Kleider / Markenkleider / Schuluniform / …
- wie erleben die Kinder die Problematik der Markenkleidung? Sind sie davon betroffen?
- Fühlen sich Kinder ausgegrenzt bzw. beliebt aufgrund von Kleidern?
- Sind Markenkleider wichtig? Wenn ja: warum?
- Wie sind die Meinungen zum Thema Schuluniform?
- usw.,
- Einführung in das Thema: Es werden einheitliche T-Shirts verteilt, die die Kinder nun die ganze Woche tragen müssen. Damit sollen die Schülerinnen und Schüler erleben, welche Rolle Kleider spielen / wie sie sich auf das Sozialverhalten in der Klasse auswirken / ob spezielle Kleider wirklich wichtig sind / usw.
- Während dieser Zeit werden folgende Themen behandelt:
- Wo trägt man Schuluniformen? Was bezwecken sie?
- Was hält die Bevölkerung von Schuluniformen: Interviews / Umfragen durchführen.
- Geschichte: Wie war es früher? (theoretisch behandeln und durch Interviews mit älteren Menschen herausfinden)
- Uniformen allgemein (Pfadi, Feuerwehr, Turnverein, …): wo, welche, warum
- Kleider machen Leute: Was sagen Kleider aus? (Bilder von Menschen mit unterschiedlicher Kleidung besprechen). Gibt es Vorurteile? Welche?
- Aspekt arm / reich
- Am Schluss des Projektes wird das Tragen der einheitlichen T-Shirts sowie Umfragen und so weiter ausgewertet.
- Wie hast du dich gefühlt?
- Hat sich dein Verhältnis zu einem Klassenkolleg / einer Klassenkollegin verändert?
- Würdest du gerne immer Uniformen bzw. einheitliche T-Shirts tragen?
- Hat sich deine Einstellung gegenüber Schuluniformen geändert?
- Hat sich deine Einstellung gegenüber Markenkleidern geändert?
- Wie wichtig findest du die Kleidung nach diesem Projekt?
- Wie sieht es die Bevölkerung?
- usw.
Als Abschluss des Projektes dürfen die Kinder ein T-Shirt bedrucken / bemalen.
Ziel: Einheitlichkeit auflösen, Individualisierung ansprechen: Jeder ist anders und kann sich so anziehen, wie er/sie möchte, allerdings darf man die Personen nicht anhand dieser Kleidung beurteilen.
Weiterführende Ideen:
- Arbeitsbedingungen der Menschen, die unsere Kleider herstellen thematisieren (u.a. Kinderarbeit)
- selber Rohstoffe (z.B. Baumwolle) herstellen, Faden spinnen, Kleider nähen
- Thematik „clean clothing“
- Kleiderrecycling
- Weg der Kleider
6. Überprüfung des Umsetzungskonzeptes
Fokus Kind:
Kindsgemässheit:
- erlebnis- und erfahrungsorientiert: Tragen der einheitlichen T-Shirts + deren Wirkung erfahren
- subjektorientiert: Die Kinder und ihre Einstellungen werden persönlich angesprochen
Lebensnähe:
- Orientierung an Phänomenen: Markenkleider werden immer mehr ein Thema und sind allgegenwärtig in unserer Gesellschaft
- Lebensbezüge aus dem Lebensbereich der Altersstufe: Die Kleidung ist ein Thema – je nach Ort (ländlich, städtisch) ein grösseres oder geringeres
Gegenwartsbezug und Zukunftsbedeutung:
- Mit diesem Thema wird das jetzige Sozialverhalten der Kinder angesprochen, mit dem Ziel, Einfluss auf das zukünftige Sozialverhalten betreffend der Kleidung zu haben.
Fokus Sache:
Multiperspektivität:
- Orientierung an Vielfalt und Vielheit: geografische, geschichtliche und soziale Perspektive
Vernetzung:
- Orientierung an Beziehungen / Zusammenhänge zwischen Dingen, Menschen und Phänomenen: Kleider machen Leute
- Fachvernetzung: Textiles Gestalten, Raum und Zeit, IG
Wert- und Sinnorientierung:
- Orientierung an Werten: jedes Kind macht sich selbst Gedanken über seine Einstellung, überdenkt diese und verändert sie allenfalls
Fokus Lernen:
Exemplarizität:
- Orientierung an eindrucksvollen Beispielen, die grundlegende Einsichten ermöglichen: Da die Kinder die Thematik authentisch erleben, werden grundlegende Einsichten ermöglicht
Handlungsorientierung:
- Orientierung an konkreten Handeln als Grundlage des Verstehens: Tragen der einheitlichen T-Shirts, Interviews, Umfragen
Originale Begegnung / Realanschauung:
- Orientierung an realen Erfahrungen und direkter Begegnung: Tragen der einheitlichen T-Shirts, Interviews, Umfragen
Prozess- und Ergebnisorientierung:
- Orientierung an Wissenszuwachs: Reflexion und Auswertung der Woche / der Einstellungen / der Erfahrungen / usw.
Sonntag, 3. Juni 2007
Bring - Hol - Aktion
Wie erging es Ihnen bei der Auswahl der mitgebrachten Gegenstände?
Bei einigen Gegenständen fragten wir uns, ob sie überhaupt zumutbar und brauchbar sind. Bei anderen Gegenständen war es schwierig, sich von ihnen zu trennen, da sie noch brauchbar und teilweise von grosser Bedeutung aber trotzdem nicht mehr in Verwendung waren.
Nach welchen Kriterien wählten Sie Ihre Gegenstände aus?
- Brauche ich den Gegenstand wirklich nicht mehr?
- Was bedeutet mir der Gegenstand?
- Kann ich mich vom Gegenstand trennen?
- Ist es nicht peinlich, diesen Gegenstand mitzubringen?
- Kann ihn wohl jemand verwenden?
Nahmen Sie sie schweren, leichten Herzens mit? Warum?
Diejenigen Gegenstände, die wir schlussendlich auswählten, nahmen wir leichten Herzens mit, da es Gegenstände sind, an denen wir eigentlich nicht mehr hängen und bei denen wir uns eingestehen mussten, dass sie bei uns nur noch herumliegen.
Was löste es bei Ihnen aus, durch die Räume zu gehen und eine grosse Anzahl Gegenstände, die eigentlich Ihren Kolleginnen und Kollegen gehörten, zur freien Mitnahme vorzufinden?
Bei Kleidern, Schmuck und Taschen fragten wir uns, wie es wohl sein wird, diese Gegenstände von anderen Personen auf oder an uns zu tragen. Ist es nicht komisch, wenn die Gegenstände später erkannt werden?
Es kam ein wenig ein Brockenhaus-Gefühl auf - viel Ramsch und dazwischen aber auch erstaunlich gute / wertvolle / brauchbare Gegenstände.
Vielleicht sind nicht alle Ihre Gegenstände an eine andere Person weitergegangen. Was empfinden Sie dabei?
Wir haben Verständnis dafür, dass manche Gegenstände nicht mitgenommen wurden, da es schliesslich für uns wichtige Gegenstände waren, die für andere von keiner Bedeutung und die teilweise nicht mehr sehr zeitgemäss sind.
Habe ich mehr gebracht als genommen oder umgekehrt? Warum? (Es gibt für beides gute Gründe)
Es ist bei uns allen etwa ausgeglichen, im Durchschnitt wurde eher weniger mit nach Hause genommen als dass gebracht wurde. Der Grund dafür liegt unserer Meinung nach darin, dass wir uns immer wieder überlegt haben, ob wir diese Gegenstände überhaupt brauchen können. Schliesslich brachten sie andere Personen mit, da sie sie nicht mehr verwenden konnten.
Wie könnte eine solche „Bring-und-Hol-Aktion“ in Ihrer Schulpraxis umgesetzt werden?
Wir denken, es ist heikel, den Kindern diesen Auftrag zu geben ohne die Eltern darüber zu informieren, da sonst wahrscheinlich einige Kinder Gegenstände mitnehmen, die zu Hause noch Verwendung hätten. Auch besteht das Problem, dass einige Kinder nichts, andere sehr viel mitbringen.
Ausserdem ist es für Kinder schwieriger, sich zu entscheiden, was sie wirklich brauchen und was nicht.
Wir würden diese Aktion deshalb in der Schule eher nicht durchführen. Besser wäre wohl ein gut organisierter Flohmarkt.
Mittwoch, 30. Mai 2007
Ein Waldspaziergang
Schon vor Pfingsten beschloss ich am freien Montag etwas in der Natur zu unternehmen. Natürlich regnete es wieder einmal und meine Pläne fielen ins Wasser.
Ganz spontan entschloss ich mich dann doch noch einen Spaziergang zu machen. Ich ging in den Wald und verbrachte schlussendlich fast zwei Stunden im Freien. Zwar regnete es, doch dies machte mir nichts aus, denn die Bäume hielten den Regen ein wenig auf.
An diesem Regentag wurde mir wieder einmal bewusst, wie schön die Natur ist. Durch die Nässe roch es ganz intensiv nach Wald. Der Boden war übersäht mit Bärlauchblättern, die auch ihren ganz eigenen Duft absondern.
Als ich einmal stehen blieb, hörte ich die vielen Waldgeräusche: das Rauschen des Regens, den Wind, Vögel, ein Bächlein, Knacken usw. Alles zusammen ergab ein beruhigendes Geräusch.
Auch die Farben im Wald sind bei Regen intensiver als bei schönem Wetter. Das grün der nassen Laubbäume war richtig leuchtend.
Ich genoss die Stille und Ruhe des Waldes. Trotz des schlechten Wetters war die Natur ein Ort für mich, wo ich mich entspannen und ausruhen konnte. Die frische Luft tat mir richtig gut. So konnte ich mich nach dem Spaziergang wieder mit neuem Elan an meinen Computer setzten und weiter arbeiten.
Die Natur ist für mich ein Ort wo man allein sein kann und trotzdem alle Sinne angeregt werden. Draussen kann man sich sehr gut bewegen und sieht dabei noch wunderschöne Pflanzen, Tiere und Landschaften. Wenn man danach wieder nach Hause kommt, ist der Körper von der frischen Luft müde und zufrieden.
Momente in der Natur
In diesen Zeiten wird mir immer bewusst, wie beschützt und überhygienisch wir leben. Grundsätzlich sind wir immer geschützt in geheizten oder klimatisierten Gebäuden. Während Lagern draussen merkt man dann, wie sich das Körpergefühl sehr stark verändert, und man kann sich richtig auf die wohltuende Dusche am Ende des Lagers freuen.
In diesem Jahr reichte mein Besuch im Pfingstlager leider das erste Mal nur für einen Abend. Doch auch schon diese kurze Zeit reichte für einige eindrückliche Erlebnisse.
Dabei denke ich an den traumhaften Sonnenuntergang mit Regen, Sonne und Regenbogen über der Rheinebene. Und das anschliessende Lagerfeuer, mit ca. 100 Kindern und Jugendlichen.
Und wieder Zuhause erinnert die nach Feuerrauch stinkende Regenjacke an die vergangene Zeit J.
Einen guten Bezug zu unserem Bloggthema kann ich leider wiederum nicht herstellen. Wenn ich an die Frauen und Mädchen denke, so kann ich nur sagen, dass wir in der Schweiz den Männern gleichgestellt sind in Naturerlebnissen. Dabei gibt es keine Unterschiede, auch wenn man bedenkt, dass die Pfadfinder und Pfadfinderinnen (wie auch die meisten anderen Jugendgruppen) in der Schweiz gemischt geführt werden. Es gibt auch nur noch (seit ca. 30 Jahren) einen Verband.Anders sieht dies in einigen anderen Ländern der Welt aus. Zu beobachten ist dies nur schon auf der Internationalen Verbandsebene des Pfadfindervereins. Dabei gibt es offiziell immer noch die World Organisation of Scout Movement (Männer) und die World Association of Girlscouts and Girl Guides (Mädchen). Wenn man die Diskussionen verfolgt, dann ist es für viele unvorstellbar, diese zwei Organisationen (die das gleiche Ziel haben) zu vereinigen.
Dienstag, 29. Mai 2007
Natur - Schutz oder Bedrohung?
Ich war am Samstag in Pfäffikon an einer Hochzeit. Der Aperitif fand am Seeufer des Zürichsees statt. Es windete stark und der See schlug zeitweise hohe Wellen. Die Stimmung die der See, der Wind und die vorhergehende sehr schöne Hochzeitsmesse mit sich brachten, war enorm. Es gab mir ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit, auch wenn es stürmte.
Dies ist bei mir oft der Fall, selten macht mir die Natur Angst, da ich noch nie ein wirklich krasses Naturerlebnis hatte und ich auch weiss, dass wir hier in der Schweiz von gefährlichen Naturkatastrophen meist verschont bleiben. Somit ist für mich die Natur - auch bei richtigem Regen irgendwie beruhigend – natürlich vor allem so lange ich mich im Trockenen befinde ;)
Ich habe deshalb eigentlich eine grosse Verbindung mit der Natur. Die Natur ist immer da, sagt nie etwas, sondern nimmt mich so auf, wie ich bin. Sie gibt mir schöne, entspannende, beschützte Momente der Ruhe, in denen ich auftanken kann und durch die ich neue Energie, neuen Mut und manchmal auch neue Hoffnung schöpfen kann. Die Verbindung mit der Natur ist mir dank diesen Momenten sehr wichtig.
Eine Verbindung zu unserem Gruppenblogthema „Frauen in der dritten Welt“ sehe ich in einem Gegensatz zu meinem Eintrag. Da es ja in ärmeren Ländern viel mehr Naturkatastrophen gibt beziehungsweise Naturereignisse viel schwerwiegendere Folgen haben als bei uns, hat die Bevölkerung dieser Länder bestimmt einen ganz anderen Bezug zur Natur. Ich denke, dass für die Frauen – und natürlich für die gesamte weitere Bevölkerung - solcher Länder die Natur bedrohlich ist, ein Feind ist, mit dem man sich wenn, dann nur negativ verbunden fühlt und die Angst auslöst.
Meine Beziehung zur Natur
Am Samstag ging ich eine Weile spazieren und setzte mich dann an den schönen Giessensee. Das Wetter war sehr wechselhaft und stürmisch, weshalb mir die Natur ganz unruhig vorkam. Trotzdem nahm ich bei mir ein Gefühl des Wohlbefindens wahr. Ich fühlte mich auf eine besondere Weise frei und getragen, ja auch geborgen. Die Natur hat gemacht, was sie wollte – egal, ob ich nun dasass oder nicht. Ich fühlte mich irgendwie aufgenommen, dazugehörig – nicht wie eine Fremde, die stört. Die Natur „lebte“ unbeirrt weiter, ging nach ihrem persönlichen Plan vor.
Es wurde mir auch bewusst, wie schön die Natur ist und welche Vielfalt sie uns bietet. Mir fiel auf, dass sich die Natur von verschiedensten Seiten zeigen kann. Je nachdem, wie die Sonneneinstrahlung (nicht) fällt, je nach Wind und Wetter (Niederschlag, Sonne, Wolken...), kann der gleiche Ort enorm verschieden erscheinen.
Ich finde es auch noch eindrücklich, dass wir wohl meistens von der Natur reden, ohne uns dazuzuzählen. Ich fühle mich zum Beispiel der Natur zugehörig, ich sehe mich als Teil der Natur – eigentlich. Und doch verkörpere ich sie nicht. Aber ist es nicht eigentlich so, dass der Mensch auch „Natur“ ist? Zwar werden an ihm Veränderungen vorgenommen wie Haarfärbungen, Haarschnitte, Kleider, Schönheitsoperationen... Aber an der Natur, wie wir sie verstehen, wird das auch gemacht: geholzt, kanalisiert, Biotope von Menschenhand erbaut...
Immer mehr hört man von Naturkatastrophen, welche jedoch meist nicht uns betreffen, sondern nicht selten Menschen in ärmeren Verhältnissen. Darunter befinden sich auch Frauen, was sich mit unserem Gruppenblogthema verbinden lässt. Ich kann mir vorstellen, dass vielleicht viele Frauen alleine mit ihren Kindern sind, während ihre Männer sich in der Armee oder ähnlichem um Aufräumarbeiten kümmern müssen. Wie geht es wohl diesen Frauen?
Freitag, 25. Mai 2007
Nachhaltige Entwicklung im Unterricht
Beim Lesen dieses Artikels kamen mir viele Ideen die man Umsetzen könnte. Es ist im Grunde genommen gar nicht so schwierig etwas zu machen und ich kann mir vorstellen, dass die Motivation bei den Kindern sehr hoch sein wir, da es oft Dinge sind, die nahe bei den Kindern sind, und Dinge, welche sie selber betrifft, oder sie im Fernsehen gesehen haben.
Mich hat bei diesem Artikel vor allem der Internationale Aspekt angesprochen. Ich habe mir die Möglichkeit eines Internationalen Austausches noch gar nie wirklich überlegt. Vor allem wenn man die momentane Bildungspolitik anschaut mit dem Früh-Englisch. Somit erweitern sich die Internationalen Möglichkeiten massiv.
Ein Projekt das mich faszinieren würde wäre die Abfallentsorgung. Ich denke wir in der Schweiz sind nicht schlecht in der Abfalltrennung und Abfallentsorgung. Doch trotzdem empfinde ich es wichtig, dass die Kinder sensibilisiert werden und diese Vorgänge kennen. Wie gesagt, ist es ein Thema das sehr nahe bei den Kindern ist, weil es sie zum einen betrifft, und sie zum anderen darin tätig werden können.
Wenn ich mir nun die Internationale Ebene dazu vorstelle, kommt mir England in den Sinn. Ich glaube ich habe in einem der ersten Bloggs über die Abfallpolitik in England geschrieben. Ich war schockiert, dass sie (sogar in einem Jugendzentrum) nichts dafür machen, und dies eigentlich nur, da es der Staat nicht unterstützt und es zu teuer wäre dies zu tun.
Nun ja, England ist leider zu weit entfernt, ich kann mir jedoch sehr gut vorstellen, dass man in wenigen Jahren die Thematik Abfallentsorgung mit einer 6 Klasse in M+U thematisieren und natürlich auch im Englisch thematisieren könnte. Die Kinder hätten dann sicherlich einen genügenden Wortschatz um einen Briefwechsel mit Kindern aus England zu starten. Durch diesen direkten Kontakt könnten die Kinder über die Problematik und Vorgehensweisen in ihren eigenen Ländern nachdenken.
Ein weiterer Effekt des Briefwechsels wäre auch, dass dies kein kurzfristiges Vorhaben wäre, denn dies würde einen grösseren Zeitrahmen in Anspruch nehmen.
Leider kann ich die Thematik in diesem Blogg nicht in einen spezifischen Bezug zu unserem Bloggthema bringen.
Mittwoch, 23. Mai 2007
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Der Artikel machte mir bewusst, dass ich mit relativ wenig Aufwand mit einer Klasse etwas zur nachhaltigen Entwicklung beitragen kann. Es wurde mir vor allen Dingen klar, dass sich fast alle Themen in irgendeiner Weise mit Bildung für nachhaltige Entwicklung verbinden lassen...
Ganz spannend von den Ideen her finde ich die mit den öffentlichen Präsentationen, zum Beispiel in Schaufenstern von Kaufhäusern. Wäre das nicht ein enormer Ansporn für Kinder, wenn sie wissen, dass zahlreiche Leute ihre Arbeit betrachten werden?
Was ich mir auch sehr gut vorstellen kann, ist die genaue Untersuchung des Schulhauses, wobei sich insbesondere das Thema Abfall anbietet. Wie soll man den Kindern beibringen, wie man sich verhalten soll, ohne dass die Schule beziehungsweise das Schulhaus selbst korrekt handelt?
Etwas sehr visionär finde ich die Idee, dass Schülerinnen und Schüler Kontakte pflegen zu Kindern aus anderen Ländern. Mit den neuen Medien dürfte die Kommunikation fast kein Problem sein – vorausgesetzt, es handelt sich um Kinder aus ebenfalls privilegierten Familien (Wie viele Kinder auf der Welt haben schon die Möglichkeit, das Internet zu benutzen?). Unser Gruppenblogthema Frauen liesse sich zum Beispiel im Kontakt mit Kindern aus fremden Ländern thematisieren: Was machen die Frauen bei euch? Welche Stellung steht ihnen zu? Es könnte ein (oder mehrere) direkter Vergleich hergestellt werden. Aber: Wie sollte die sprachliche Verständigung funktionieren?
Natürlich ist der Austausch wichtig, aber an Realbegegnungen zu denken, finde ich dann doch etwas utopisch. Wenn, dann müssten man bei einem solchen Austausch ja wirklich eine andere, fremde Kultur kennen lernen, ansonsten würde er doch nicht viel zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen, oder schon? Ich meine, die Österreicher, die Deutschen und die Französinnen sind uns bezüglich Lebensstil doch ziemlich ähnlich...
Der Artikel zeigt meiner Meinung nach zwar viele gute Visionen – im wahrsten Sinne – auf, die einen träumen lassen und mich persönlich in irgend einer Weise motivieren. Trotzdem haben die Ideen für meinen Geschmack zu wenig Bezug zur Realität.
Ideen für nachhaltiges Unterrichten
Otto Herz zählt verschiedene Möglichkeiten auf, wie Schulen nachhaltig unterrichten können. Als erstes beschreibt er den Fachunterricht. Er sagt, dass sich nicht jedes Thema für jedes Alter zu jedem Zeitpunkt eignet. Ich denke aber, dass in einer Jahrgangsklasse die Kinder so unterschiedliche Interessen haben und so unterschiedlich weit sind in ihrem Lernstand, dass viele Themen auf allen Stufen durchgeführt werden können. Es kommt darauf an wie das Thema umgesetzt und verpackt wird. Oft trauen wir kleinen Kindern komplexe Inhalte nicht zu. Ich denke aber, dass wir sie oft unterschätzen und dass auch junge Lernende komplexe Vorgänge vereinfacht verstehen können.
Öffentliche Präsentationen:
Eine weitere Idee von Otto Herz sind öffentliche Präsentationen. Mir gefiel die genannte Idee, dass mit dem Müll Skulpturen gebaut werden können. Es ist offensichtlich, dass die reale Ansicht dieser Müllskulptur hinsichtlich der Menge des Abfalls einen grossen Eindruck hinterlässt. Ich könnte mir gut vorstellen, so etwas mit einer Klasse um zu setzen. Ich denke auch, dass sich dieses Thema gut für eine Sonderwoche eignen würde.
Zu diesen Skulpturen kommt mir auch den Satz von Seite 59 in den Sinn: „Wir wollen die Gestaltung des schulischen Lebens, Lernens und Lehrens im Geiste der Agenda 21 nicht als Last, sondern als Lust verstehen, auch dort, wo damit, unvermeidbar, Anstrengungen verbunden sein werden.“ Die Abfallskulptur ist für mich ein perfektes Beispiel dafür.
Schulprogramme:
Otto Herz sagt in seinem Artikel, dass Organisationen wie Amnesty International mit den Schulen zusammenarbeiten sollen. Ich denke auch, dass das sehr sinnvoll ist.
In meiner Kantonsschule gab es auch eine Gruppe die für Amnesty International arbeitete. Die Ausstellungen die immer wieder in der Schule gemacht wurden, waren eindrücklich. Ich denke, dass die Schule der beste Ort für solche Projekte ist. Die Kinder werden die Erdbürger der nächsten Jahre sein.
Mein grösster Impuls aus dem Text:
Dienstag, 22. Mai 2007
wie kann nachhaltig unterrichtet werden?
Motivation durch öffentliche Präsentationen
Beim Lesen des Artikels von Otto Herz gefiel mir die Idee der öffentlichen Präsentationen am besten. Herz schlägt hier vor, dass die Kinder mit ihrem erarbeiteten Wissen und ihren angeeigneten Erkenntnissen „Aus-der-Schule-herausgehen“ und sie „In-die-Stadt-hinein-tragen“. Als Beispiele gibt er die Ausstattung vom Kaufhaus-Schaufenster oder Interviews in einer Einkaufsstrasse an. Ich denke, dass solche Aktionen – vor allem, wenn sie bereits bei der Einführung des Themas bekannt gegeben werden – extrem motivierend sind für die Kinder. Es gibt ein Ziel und zwar eines, dass bei Erreichung vielen Leuten präsentiert werden kann. Ich denke, es kann nebst der Präsentation durch Schaufenster oder durch Interviews auch eine Ausstellung oder ein Auftritt sein, der das Interesse der Menschen wecken, Informationen zur Nachhaltigkeit vermitteln und die Kinder motivieren kann.
Nebst diesem Vorschlag der Präsentation von Ergebnissen gefiel mir auch die Idee der Zusammenarbeit im Schulhaus. Eine Zusammenarbeit mit anderen Klassen kann den fächerübergreifenden Unterricht unterstützen und gegenseitig bereichernd sein. Allerdings sehe ich hier einen sehr grossen Aufwand, da gute Kooperation notwendig ist und alle motiviert mitarbeiten müssen. Ausserdem muss, wenn der Vorschlag so umgesetzt wird, wie ihn Herz vorschlägt, nämlich mit gemeinsamen Versammlungen, auch eine gemeinsame Zeit gefunden wird, was in vielen Schulen durch fixe Stunden (Förderunterricht, Turnen, Musik, Schwimmen, …) sehr schwierig sein wird. Doch die Grundidee gefällt mir gut und ich denke, die Zusammenarbeit mit einer Parallelklasse kann hier bereits ein guter Anfang sein. Schliesslich geht es nicht nur um eine grosse Zusammenarbeit sondern auch um den fächerübergreifenden Unterricht, der bereits mit zwei Klassen einfacher zu gestalten ist als mit einer Klasse alleine. Denn: gemeinsam ist besser als einsam :)
Montag, 21. Mai 2007
Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung: Sollen Mäuse ausgerottet werden?
Grund für die Themenwahl
Wir fragten uns, wie man innerhalb des Themas Mäuse nachhaltige Entwicklung lehren kann.
Analyse der Unterrichtseinheit
Die Unterrichtseinheit unterscheidet sich insofern von herkömmlichen Unterricht in MU, dass sie nachhaltige Entwicklung handelnd thematisiert.
Erstes Lernziel:
Teilkompetenz d.4
Begründung: Bei der Reflexion über den eigenen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung kommt die eigene Haltung zur Geltung.
Zweites Lernziel:
Teilkompetenz b.3
Begründung: Bei dieser Teilkompetenz werden die persönlichen Kriterien zur Beurteilung einer gesellschaftlicher Zustände besprochen. Somit lernen die Kinder die Meinungen ihrer Mitschüler kennen.
Drittes Lernziel:
Teilkompetenz e.3
Begründung: Indem die Kinder zu konkreten Fragen Antworten suchen, erwerben sie spezifisches Wissen.
Viertes Lernziel:
Teilkompetenz g.1
Begründung: Spricht für sich.
Fünftes Lernziel:
Teilkompetenz b.1
Begründung: Dank den Kenntnissen von den ökologischen, ökonomischen und sozio-kulturellen Mechanismen können die Kinder die verschiedenen Sichtweisen miteinander in Beziehung setzen.
Sechstes Lernziel
Teilkompetenz c.2
Begründung: Für das Verstehen der Komplexität ist das Zusammenführen des Wissens aus verschiedenen Fachgebieten wichtig.
Beinhaltete Prinzipien:
- Handlungs- (und Reflexions-)orientierung:
- Mäuse fangen
- Mäuse füttern
- Rollenspiele
- Experimente mit Steinmäusen (Wissenschaftler)
- ...
- Entdeckendes Lernen
- Mäuse und Hausbrand
- Einstieg (Mäusespuren)
- Vermehrung
- Vernetztes Lernen
- Feinde
- Hausbrand
- Wissenschaftler
- Zugänglichkeit
- Mäusehaltung (Originalbegegnung)
- entdeckender Einstieg
- Verbindung von sozialem, selbstbezogenem und methodenorientiertem mit sachbezogenem Lernen
- Vermehrung
- Rollenspiele (Entwicklung einer Maus)
Weiterentwicklung:
c.6: Sie können Strategien und Entscheidungsprozesse daraufhin beurteilen, ob sie den Anforderungen an eine Nachhaltige Entwicklung genügen.
--> Bekämpfung von Mäuseplagen, Tierversuche mit Mäusen
d.5: Sie sind bereit, individuell und kollektiv Verantwortung zu übernehmen für die Lebensumstände ihrer Mitmenschen, künftiger Generationen und nicht-menschlicher Lebewesen.
--> Schutz der Tiere, Haltung und persönliche Einstellungen
Visionsorientierung:
Schwerpunkt auf die Zukunft: Gibt es immer mehr Mäuse? Welche Probleme oder Chancen bringen Mäuse mit sich? Was für langfristige Auswirkungen hat der Mäusefang?
Samstag, 19. Mai 2007
Frauen und Männer gleichgestellt
Solches Denken erfordert Visionen und nicht satte Zufriedenheit mit dem, was wir hier schliesslich schon erreicht haben. Unser Glück ist abhängig vom Glück der Anderen.
W.Braun
Dienstag, 15. Mai 2007
Angst als Motivation
Ich glaube, dass mich die Angst vor der Zukunft am meisten motiviert, nachhaltig zu handeln. Ich befürchte, dass die Welt irgendwann so zerstört ist, dass wir hier nicht mehr „normal“ leben können. Leider muss ich allerdings sagen, dass mich diese Angst im Moment noch nicht genügend motiviert, zum wirklich AKTIV und NACHHALTIG etwas gegen diese Zerstörung zu unternehmen. Ich achte mich wohl darauf, Abfall wenn möglich zu trennen, den Zug zu nehmen wenn es gut möglich ist, und so weiter. Allerdings sind das für mich so kleine Beiträge, dass ich sie nicht als wirklich aktive nachhaltige Handlungen interpretiere. Dabei hält mich vor allem der Gedanke, dass ich alleine eh nichts Grosses bewirken kann, vom wirklichen, mehr bewirkenden nachhaltigen Handeln ab. Ich weiss zwar eigentlich selbst, dass ein kleiner Beitrag zu einem grossen Beitrag viel beisteuern könnte und sich nichts verändern wird, wenn alle so denken wie ich, trotzdem fehlt mir leider die Motivation und wohl auch die Zeit, ein nachhaltiges Projekt auf die Beine zu stellen.
Wenn ich bestürzt bin über die Behandlung der Frauen in der Dritten Welt und mir sage, dass ich gerne etwas dagegen tun würde, ist die Motivation dafür bestimmt nicht Angst. Mich motiviert dabei eher mein Verantwortungsgefühl oder vielleicht sogar das schlechte Gewissen, das es uns besser geht als diesen Frauen und wir nichts dagegen dafür unternehmen, sie zu unterstützen.
Sonntag, 13. Mai 2007
Motivation für nachhaltiges Handeln
Wenn ich die Schönheit der Natur sehe, dann möchte ich dies für die nachkommenden Generationen erhalten. Es stört mich, wenn ein wunderschöner Naturplatz mit Abfall übersäht ist. Wenn Wiesen und Wälder überbaut werden, ist es meiner Meinung nach schade um die Natur und auch Energieverschwendung jeglicher Art kann ich nicht verstehen.
Trotzdem passiert es mir selber immer wieder, dass ich Geräte nicht ausschalte, oder Abfall in der Natur liegen lasse etc. Ich denke, dass nicht nachhaltiges Handeln oft aus Faulheit heraus passiert. So ist es einfacher eine Strecke mit dem Auto zurück zu legen, oder sich nicht nach dem herunter gefallenen Papierchen zu bücken.
Wir Menschen sind faul, aber auch Gewohnheitstiere. Ich denke, dass nachhaltiges Handeln oft antrainiert ist. Ich trenne den Abfall, weil meine Eltern mir das so gelernt haben. Andere stellen das Wasser beim Duschen ab, weil das in der Familie so gemacht wird. Ich denke, dass wir uns vieles angewöhnen können. Wir handeln dann aber aus Gewohnheit und nicht aus der Motivation heraus, die Umwelt zu schützen.
Seit die Klimaerwärmung so ein grosses Thema und überall in den Schlagzeilen ist, kommt für mich daher eine sehr grosse Motivation. Die Klimavorhersagen machen mir Angst und ich möchte mich bemühen meinen Teil zum Klimaschutz beizutragen. Ich denke, die Angst vor den Klimaveränderungen ist meine allergrösste Motivation.
Bezug zum Gruppenblogthema
Die Motivation um die Stellung der Frau nachhaltig zu verändern ist bei mir nicht sehr gross. Ich denke nicht, dass ich da sehr viel tun kann. Für mich ist dieses Thema viel weiter weg als zum Beispiel der Klimawandel.
Meiner Meinung nach ist die Frau und der Mann hier in der Schweiz ziemlich gleichgestellt. Ich fühle und fühlte mich bis jetzt dem Mann gegenüber nie benachteiligt und habe deswegen keine Motivation um etwas zu unternehmen.
Frauen aus der dritten Welt haben es da nicht so gut wie wir. Motivation um da etwas dagegen zu tun, nehme ich aus Berichten und Reportagen. Allerdings ist dies für mich oft auch unvorstellbar, da es mich auch nicht direkt betrifft.
Motivation für Nachhaltige Entwicklung
Wenn man sich dies einmal vor Augen führt, dann ist dies ein riesiger Grund, jetzt und sofort Nachhaltig zu Handeln!!!
Ich finde es noch schwierig, diese Thematik nun für unser Blogthema zu erweitern. Es ist ein Problem, welches die ganze Menschheit angeht. Vor allem wir aus der westlichen Welt!
Wenn ich es auf mich als Frau beziehe, dann ist eine Frage die sich stellt: Ist es überhaupt noch sinnvoll Kinder in die Welt zu stellen?
Samstag, 12. Mai 2007
Motivation zu nachhaltigem Handeln
Wenn ich ganz spontan darauf antworten soll, was mich für nachhaltiges Handeln motiviert, dann hat dies vor allem einen egoistischen Hintergrund. Ich möchte möglichst lange auf dieser Welt leben, und das unbeschwert – nicht mit einer Gasmaske oder einem Spezialkostüm, das die „Killerstrahlen“ vor meiner Haut abschirmt, ausgestattet. Ich möchte auch mit gutem Gewissen eine Familie gründen können. Meine Nachkommen sollen wiederum ein unbeschwertes Leben geniessen. Sehr gerne halte ich mich in der Natur auf und schätze diese Schönheit, was bestimmt auch mit ein Grund ist.
All diese Gründe fielen mir spontan zuerst ein. Ich bin aber davon überzeugt, dass das Ganze auch oder vor allem mit der anerzogenen Einstellung zu tun hat. Ein Mensch, der in seiner Kindheit nie dazu bewogen wurde, in irgendeiner Weise nachhaltig zu handeln, der wird das sehr wahrscheinlich auch als Erwachsener nicht tun – weil es ihm einfach fremd ist oder weil es ihm zu schwer fällt, seinen bisherigen Lebensstil zu ändern. Ich sehe den Hauptgrund für mein heutiges, in einigen Dingen bewusstes Handeln in der Erziehung durch meine Mutter. Sie hat mir die Einstellung übertragen, dass man sich immer zweimal überlegt, ob etwas wirklich nötig ist (Plastiktasche beim Einkaufen, Auto...). In meiner Kindheit geschahen diese Dinge ganz automatisch – man nahm einfach immer eine Stofftasche zum Einkaufen mit, ging möglichst zu Fuss oder mit dem Fahrrad irgendwo hin und hatte nie Alufolie oder Weichspüler im Haushalt. Ich merke nun, wie ich diese Dinge übernommen habe und mich über Leute aufrege, die sorglos Alufolie oder das Auto benützen.
Jetzt habe ich mich aber ziemlich positiv hingestellt – dabei bin auch ich überhaupt nicht in allem ein Vorbild. Was mich – wie ich leider in letzter Zeit vermehrt feststellte – zu eher nachlässigem Handeln bewegt oder veranlasst, ist die Bequemlichkeit. Hinzu kommt auch ab und zu die Frage: Was nützt es wirklich, wenn ich (als einzige oder zu einer Minderheit gehörend) darauf verzichte? Kommt es darauf wirklich an?
In Bezug auf unser Gruppenblogthema „Frauen“ kann ich nur wieder sagen, dass da in der westlichen Welt mit der Einführung des Frauenstimmrechts und mit der herrschenden Emanzipation der Frauen schon recht viel geschehen ist im Bereich Nachhaltigkeit. Allerdings muss immer noch gehandelt werden – für die Frauen, die unterdrückt werden und den Männern eben nicht gleichgestellt sind. Was mich daran hindert, ist in erster Linie das Wissen um die Möglichkeiten, eine Art Ohnmacht. Ich stelle mir dann auch die Frage: Was kann ich als einzelne, junge Frau ausrichten? Und vor allem: Was bin ich bereit, auszurichten?
Motivation zu nachhaltigem Handeln
Wenn ich ganz spontan darauf antworten soll, was mich für nachhaltiges Handeln motiviert, dann hat dies vor allem einen egoistischen Hintergrund. Ich möchte möglichst lange auf dieser Welt leben, und das unbeschwert – nicht mit einer Gasmaske oder einem Spezialkostüm, das die „Killerstrahlen“ vor meiner Haut abschirmt, ausgestattet. Ich möchte auch mit gutem Gewissen eine Familie gründen können. Meine Nachkommen sollen wiederum ein unbeschwertes Leben geniessen. Sehr gerne halte ich mich in der Natur auf und schätze diese Schönheit, was bestimmt auch mit ein Grund ist.
All diese Gründe fielen mir spontan zuerst ein. Ich bin aber davon überzeugt, dass das Ganze auch oder vor allem mit der anerzogenen Einstellung zu tun hat. Ein Mensch, der in seiner Kindheit nie dazu bewogen wurde, in irgendeiner Weise nachhaltig zu handeln, der wird das sehr wahrscheinlich auch als Erwachsener nicht tun – weil es ihm einfach fremd ist oder weil es ihm zu schwer fällt, seinen bisherigen Lebensstil zu ändern. Ich sehe den Hauptgrund für mein heutiges, in einigen Dingen bewusstes Handeln in der Erziehung durch meine Mutter. Sie hat mir die Einstellung übertragen, dass man sich immer zweimal überlegt, ob etwas wirklich nötig ist (Plastiktasche beim Einkaufen, Auto...). In meiner Kindheit geschahen diese Dinge ganz automatisch – man nahm einfach immer eine Stofftasche zum Einkaufen mit, ging möglichst zu Fuss oder mit dem Fahrrad irgendwo hin und hatte nie Alufolie oder Weichspüler im Haushalt. Ich merke nun, wie ich diese Dinge übernommen habe und mich über Leute aufrege, die sorglos Alufolie oder das Auto benützen.
Jetzt habe ich mich aber ziemlich positiv hingestellt – dabei bin auch ich überhaupt nicht in allem ein Vorbild. Was mich – wie ich leider in letzter Zeit vermehrt feststellte – zu eher nachlässigem Handeln bewegt oder veranlasst, ist die Bequemlichkeit. Hinzu kommt auch ab und zu die Frage: Was nützt es wirklich, wenn ich (als einzige oder zu einer Minderheit gehörend) darauf verzichte? Kommt es darauf wirklich an?
In Bezug auf unser Gruppenblogthema „Frauen“ kann ich nur wieder sagen, dass da in der westlichen Welt mit der Einführung des Frauenstimmrechts und mit der herrschenden Emanzipation der Frauen schon recht viel geschehen ist im Bereich Nachhaltigkeit. Allerdings muss immer noch gehandelt werden – für die Frauen, die unterdrückt werden und den Männern eben nicht gleichgestellt sind. Was mich daran hindert, ist in erster Linie das Wissen um die Möglichkeiten, eine Art Ohnmacht. Ich stelle mir dann auch die Frage: Was kann ich als einzelne, junge Frau ausrichten? Und vor allem: Was bin ich bereit, auszurichten?
Mittwoch, 9. Mai 2007
Vernetzungen
Kaffee trinken ist sehr einfach. Ich gehe in den Migros, nehme mir den Kaffee aus dem Regal, gehe an die Kasse und zahle ihn. Zuhause koche ich heisses Wasser und fülle den Kaffee in die Tasse.
Nunja, ich möchte jetzt aber mal nachgehen, von wo dieser Kaffee eigentlich stammt!
Geerntet wird er beispielsweise in Äthiopien während 10 bis 12 Wochen. Die Früchte werden mit der Hand gepflückt, damit nur die Reifen Früchte abgenommen werden. Dies erhöht die Qualität des Kaffees. Um Arbeit zu sparen, wird auch mit der Maschine geerntet, dies verringert jedoch die Qualität. Um 1 Sack mit 60 kg Rohkaffee zu erhalten, ist die Ernte von 100 gut tragenden Arabica-Bäumen erforderlich.
Mit der Nassaufbereitung wird möglichst innerhalb von 12 Stunden, spätestens 24 Stunden nach der Ernte begonnen. Zunächst wird mit Wasser vorgereinigt (Hand oder Maschine) und durch Schwemmen vorsortiert und die Fruchthaut wird entfernt.
Für die Nassaufbereitung werden je Kilogramm marktfertigen Rohkaffee 130 bis 150 Liter Wasser benötigt.
In einer Schlussbehandlung werden noch enthaltene Verunreinigungen abgetrennt und die Bohnen – bei hochwertigen Kaffees mit der Hand – verlesen, das bedeutet nach Größe und Qualität sortiert. Das ergibt den marktfertigen Rohkaffee.
Der Kaffee wird nun verschifft und nach Europa, beispielsweise nach Hamburg transportiert. Der Hamburter Hafen ist weltweit der größte Umschlagplatz für Rohkaffee.
Dort wird der Kaffee an Grosshandelsfirmen verkauft und kleineren Filialen zum Verkauf weitergereicht.
Nun sind wir an dem Punkt angelangt, anwelchem ich in den Laden gehen kann und ihn einfach so aus dem Regal ziehen.
Nun ist es auch noch interessant zu sehen, wer mein im Laden gezahltes Geld nun wirklich bekommt.
Zusammensetzung des Kaffeepreises
| 44,9% | Steuern, Zölle, Frachtkosten |
| 23,7% | Einzelhandel |
| 17,8% | Händler und Röster |
| 8,5% | Plantagenbesitzer |
| 5,1% | Löhne der Arbeiter |
Dies sind erschreckende Zahlen. Zusammengerechnet bekommen all jene, welche an der eigentlichen Produktion beteiligt sind nur ca. ein drittel des Geldes. Weit mehr Geld wird gebraucht für Steuern, Zölle und Frachtkosten.
Angenommen ich kaufe 1 kg Kaffee im Laden für 5.- dann machen davon genau 25 Rp. die Löhne der Arbeiter aus.
Bezogen auf unser Bloggthema lässt sich hier sicher noch anfügen, dass bei der Liste auch Arbeiterinnen stehen sollte. Ich habe jetzt die Arbeitsverhältnisse dieser Arbeiter und Arbeiterinnen nicht erwähnt. Aber wenn man nur schon ihre Löhne anschaut, ist dies erschreckend!

